Canal+ nimmt TF1-Sender in Frankreich und Afrika aus dem Angebot

Der Streit zwischen Canal+ und der TF1-Gruppe eskaliert: Der Pay-TV-Anbieter stellt die Verbreitung mehrerer Sender in Frankreich sowie des gesamten Angebots in Afrika ein.

Die französische TF1-Gruppe muss einen herben Rückschlag im Vertrieb hinnehmen. Canal+ hat entschieden, mehrere Spartensender in Frankreich sowie sämtliche frei empfangbaren und kostenpflichtigen Programme der Sendergruppe in zahlreichen afrikanischen Märkten aus seinem Angebot zu nehmen. TF1 kritisiert die Entscheidung scharf und kündigt an, seine Vertriebsstrategie angesichts des wachsenden digitalen Marktes zu überdenken.

In Frankreich betrifft der Schritt die Bezahlsender TV Breizh, Histoire TV und Ushuaïa TV. Nach Angaben der TF1-Gruppe handelt es sich dabei um etablierte Marken im französischen Fernsehmarkt. Besonders der Wegfall von Histoire TV und Ushuaïa TV habe Folgen über das eigene Unternehmen hinaus, da beide Sender wichtige Auftraggeber für Dokumentarfilme seien und damit einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung des Genres leisteten.

Für Canal+-Abonnenten sind die drei Sender künftig nicht mehr verfügbar. TF1 weist jedoch darauf hin, dass sie weiterhin über andere Verbreitungswege empfangen werden können, darunter Bouygues Telecom, Orange, SFR, Free, Vitis, BIS TV, NordNet sowie zahlreiche regionale Netzbetreiber. Auch in den französischen Überseegebieten bleiben die Programme über andere Anbieter verfügbar. Noch weitreichender fällt die Entscheidung in Afrika aus. Dort streicht Canal+ das komplette Angebot der TF1-Gruppe aus seinen Paketen. Betroffen sind die Sender TF1, TMC, TFX, TF1 Séries Films, LCI, Histoire TV und Ushuaïa TV sowie die zugehörigen On-Demand-Angebote.
02.07.2026 00:19 Uhr Kurz-URL: qmde.de/173173
Fabian Riedner

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