«Spaceballs»: Warum die Kult-Parodie schon jetzt zurück ins Kino kommt

Fast 40 Jahre nach dem Kinostart kehrt «Spaceballs» restauriert in 4K zurück auf die große Leinwand. Die Kultparodie von Mel Brooks dürfte dabei nicht nur Nostalgiker anlocken – denn bereits 2027 folgt überraschend eine direkte Fortsetzung mit zahlreichen Stars des Originals.

Als «Spaceballs» im Sommer 1987 in die Kinos kam, war die Welt der Science-Fiction eine andere. «Star Wars» hatte wenige Jahre zuvor das Blockbuster-Kino revolutioniert, Merchandising war endgültig zum Milliarden-Geschäft geworden und praktisch jedes Studio suchte nach dem nächsten großen Weltraum-Abenteuer. Genau in diese Phase platzierte Regielegende Mel Brooks seine Parodie «Spaceballs» – eine respektlose, alberne und zugleich erstaunlich liebevolle Hommage an George Lucas’ Sternensaga. Fast vier Jahrzehnte später kehrt der Film nun restauriert in 4K zurück auf die große Leinwand.

Am 2. Juni bringen zahlreiche Kinos die Komödie erneut ins Programm. In Deutschland gehörte «Spaceballs» damals mit rund 1,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern zu den erfolgreichsten Filmstarts des Jahres 1987. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Produktion allerdings weit stärker zum Heimkino- und Fernsehkult als zum klassischen Kritikerliebling. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer entdeckten den Film erst Jahre später im Fernsehen, auf VHS oder DVD. Gerade deshalb dürfte die nun angekündigte Kino-Rückkehr bei Fans nostalgische Gefühle auslösen.

Der Film erzählt die Geschichte des Söldners Lone Starr, gespielt von Bill Pullman, und seines halb Mensch, halb Hund umfassenden Begleiters Barf, den der inzwischen verstorbene John Candy verkörperte. Gemeinsam retten sie Prinzessin Vespa vor dem größenwahnsinnigen Präsidenten Skroob und dessen trotteligem Handlanger Dark Helmet. Letzterer wurde von Rick Moranis gespielt und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der beliebtesten Figuren des Films. Der überdimensionierte Helm, die kindische Art und die völlige Selbstüberschätzung machten Dark Helmet schnell zur Kultfigur.

Dabei war «Spaceballs» nie nur eine reine «Star Wars»-Parodie. Der Film nahm auch zahlreiche andere Science-Fiction- und Abenteuerreihen aufs Korn. Anspielungen auf «Star Trek», «Alien», «Planet der Affen» oder «2001: Odyssee im Weltraum» ziehen sich durch die gesamte Handlung. Besonders berühmt wurde etwa die Szene, in der ein Xenomorph plötzlich singend durch ein Restaurant tanzt. Viele dieser Gags funktionieren auch heute noch erstaunlich gut, weil Mel Brooks weniger auf aktuelle Trends setzte, sondern auf die Mechanismen großer Hollywood-Franchises zielte.

Interessant ist nun vor allem der Zeitpunkt der Wiederaufführung. Eigentlich hätte sich 2027 als offensichtlicher Termin angeboten, schließlich feiert «Spaceballs» dann seinen 40. Geburtstag. Dass MGM und die beteiligten Partner die restaurierte Fassung bereits 2026 ins Kino bringen, dürfte jedoch kaum Zufall sein. Im kommenden Frühjahr soll mit «Spaceballs: The New One» erstmals eine direkte Fortsetzung erscheinen. Jahrzehntelang galt ein Sequel eher als Running Gag innerhalb der Fangemeinde. Immer wieder wurde über Titel wie «Spaceballs 2: The Search for More Money» gesprochen, doch konkrete Pläne verliefen im Sand.

Erst in den vergangenen Jahren nahm das Projekt tatsächlich Fahrt auf. Regie führt nun Josh Greenbaum, während Mel Brooks erneut als Produzent beteiligt ist. Besonders bemerkenswert: Zahlreiche Stars des Originals kehren zurück. Neben Brooks selbst wurden auch Bill Pullman, Rick Moranis, Daphne Zuniga und George Wyner bestätigt. Gerade die Rückkehr von Moranis sorgt für Aufmerksamkeit, schließlich zog sich der Schauspieler über viele Jahre weitgehend aus Hollywood zurück. Ergänzt wird der Cast unter anderem durch Keke Palmer und Lewis Pullman, den Sohn von Bill Pullman.

Vor diesem Hintergrund wirkt die neue Kinoauswertung der Originalfassung wie ein geschickter PR-Schachzug. Das Studio kann testen, wie groß das Interesse an der Marke heute noch ist, während jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer die Gelegenheit erhalten, den Film erstmals auf der großen Leinwand zu erleben. Gleichzeitig entsteht ein nostalgischer Effekt bei älteren Fans, die «Spaceballs» oft seit Jahrzehnten begleiten. Bemerkenswert ist ohnehin, wie stark sich die Wahrnehmung des Films verändert hat. Zum Kinostart fielen die Kritiken eher gemischt aus. Viele Rezensenten warfen Brooks vor, mit seiner Parodie zu spät zu kommen, da der große «Star Wars»-Boom bereits etwas abgeflaut sei. Andere hielten den Humor für zu albern oder zu unausgeglichen. Über die Jahre wandelte sich dieses Bild jedoch deutlich. Gerade die hemmungslose Überdrehtheit macht heute einen großen Teil des Charmes aus. Hinzu kommt, dass zahlreiche Gags längst Teil der Popkultur geworden sind. Selbst der Autobauer Tesla griff Begriffe wie „Ludicrous Mode“ oder „Plaid Mode“ direkt aus dem Film auf. Gleichzeitig zitieren Serien, Internet-Memes und Comedy-Formate bis heute einzelne Szenen oder Dialoge. Für viele Fans gehört «Spaceballs» inzwischen zu den wichtigsten Kultkomödien der 1980er Jahre.

Die neue 4K-Fassung könnte dem Film nun noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. Gerade bei älteren Komödien zeigt sich in den vergangenen Jahren immer häufiger, dass restaurierte Kino-Revivals erfolgreich funktionieren können – vor allem dann, wenn ein generationsübergreifender Kultstatus vorhanden ist. Im Fall von «Spaceballs» kommt hinzu, dass die kommende Fortsetzung dem Original plötzlich neue Aktualität verleiht. Ob «Spaceballs: The New One» tatsächlich an den Kultstatus des Originals anknüpfen kann, bleibt zwar offen. Die erneute Kinoauswertung zeigt aber schon jetzt, dass Mel Brooks’ Weltraum-Parodie ihren Platz in der Filmgeschichte längst sicher hat. Und vielleicht passt genau deshalb auch der frühe Termin: Statt nur ein Jubiläum abzufeiern, will Hollywood offenbar schon jetzt testen, wie viel „Schwartz“ noch in der Marke steckt.

Kein Kino in der Nähe? Bei Joyn+ ist der Film verfügbar.
01.06.2026 12:49 Uhr Kurz-URL: qmde.de/172121
Fabian Riedner

super
schade


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Spaceballs Spaceballs: The New One Star Wars Star Trek Alien Planet der Affen 2001: Odyssee im Weltraum Spaceballs 2: The Search for More Money

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