Hatte beim jungen Publikum noch irgendein anderer Sender den Hauch einer Chance gegen das Pokal-Finale?
Gestern beherrschte mal wieder König Fußball das Feld: Dieses Mal war es das
«DFB-Pokal-Finale» zwischen Bayern und Stuttgart, das ab 20.00 Uhr im Ersten übertragen wurde. Das Spiel sahen durchschnittlich 6,79 Millionen Fußball-Fans zu bockstarken 36,3 Prozent Anteil am Gesamtmarkt. Das bedeutete selbstredend den haushohen Primetime-Triumph, trotz einiger Reichweitenverluste im Vergleich zum Vorjahr. Beim jungen Publikum holte die Begegnung phantastische 50,6 Prozent durch 1,81 Millionen, welche logischer Weise gleichfalls ganz vorne zu suchen waren.
Wegen des Ausnahme-Events traute sich das Zweite nicht, frischen Stoff dagegen zu bieten. Es war eine Wiederholung
«Wilsberg», die sich trotz allem noch respektable 2,46 Millionen und 12,9 Prozent Gesamt-Zuschauende angelte. Sehr niedrige 1,7 Prozent Marktanteil (0,06 Millionen) waren damit aber nur am Markt der 14-49-Jährigen zu holen. Auf
«Das kann nur Fernsehen! Die größten TV-Momente aller Zeiten» setzten die Kölner von RTL an diesem speziellen Abend. Wirklich erbauliche Resultate waren damit nicht zu holen - wenigstens betrieb man unter den Privaten noch am meisten Schadensbegrenzung. Die Sehbeteiligungen bewegten sich auf einem verhaltenen Niveau von 0,24 und 1,00 Millionen, aus denen begrenzte 7,7 Prozent und vertretbare 6,3 Prozent resultierten.
Bei Sat.1 konnte
«Alles steht Kopf» lediglich 0,22 Millionen Werberelevante unterhalten, die Zahlen von höchstens noch durchwachsenen 6,0 Prozent mit sich führten - damit lag man im Endeffekt aber gar nicht so weit mit RTL auseinander, da die Kölner ihren Anteil durch Streckung bis nach Mitternacht polierten, während der Sat-Film nur bis 22.10 Uhr lief. Insgesamt sahen den Film allerdings deutlich unterlegene 0,45 Millionen zu 2,4 Prozent.
Noch schlechter erging es zunächst der roten Sieben, bei der
«ran Eishockey live: WM 2026 Österreich - Deutschland» übertragen wurde. Interesse fand der Sieg zunächst lediglich bei 0,15 Millionen 14-49-Jährigen, welche bloß für einen Marktanteil von dünnen 4,4 Prozent gut waren. Insgesamt ließen sich 0,41 Millionen zu ganz mageren 2,2 Prozent aufbringen. Das weitere Drittel sank dann noch weiter 3,3 Prozent (0,13 Millionen Werberelevante), ehe das dritte Drittel nach 22.00 Uhr zumindest nochmal etwas aufmuckte auf 5,3 Prozent (0,20 Millionen). Insgesamt waren am Ende ordentlich gesteigerte 0,82 Millionen zu akzeptablen 4,8 Prozent anwesend.
Völlig abgeschlagen VOX, RTLZWEI und Kabel Eins: Die rote Kugel zeigte dabei eine aufgewärmte Agenten-Ermittlung:
«James Bond 007 - Octopussy» brachte richtig schlechte 3,2 Prozent in der Zielgruppe auf, weil bloß 0,12 Millionen aus dieser von der Partie waren. RTLZWEI hatte mit der Science Fiction-Wiederholung
«Chappie» ebenfalls äußerst wenig zu melden - tiefrote 2,4 Zielgruppen-Prozent bei mickrigen 0,09 Millionen lassen da keinen anderen Schluss zu. Übrigens auch nicht am Gesamtmarkt, an dem nur 0,30 Millionen zu desolaten 1,6 Prozent zusammenkamen. Die orange Eins wärmte nicht mehr alte «FBI»-Episoden auf, sondern zeigt von nun an samstags frische Folgen der Serie
«Elsbeth». Zunächst wurde dadurch aber nichts besser, denn die Quoten performten nur zwischen völlig katastrophalen 1,6 und dann sogar kaum noch messbaren 0,2 Prozent. Es waren Werte, die erst aus 0,06 Millionen Umworbenen und dann aus verschwindend geringen 0,01 Millionen folgten. Insgesamt zeigte der Tacho am Start massiv angeschlagene 1,8 Prozent (0,34 Millionen), dann bloß 1,3 Prozent (0,25 Millionen).
© AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, Marktstandard: TV. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
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