Der neue Koch-Ableger zur Mittwochs-Primetime war alles andere als ein Erfolg - inzwischen ist das aber augenscheinlich kein Ausschlusskriterium mehr für Fortsetzungen...
Am letzten Mittwoch, den 20. Mai, ist sie zu Ende gegangen, die erste Staffel des Koch-Casting-Ablegers
«Promi Taste». Wie der ausstrahlende Sender Sat.1 im Anhang von Jochen Schropps Sieg-Verkündung beinah schon beiläufig fallen ließ, wird es auch im nächsten Jahr 2027 weitergehen mit dem Spin-Off. Scheinbar wurde das aufgebaute Studio-Set der ersten Staffel direkt genutzt, um im Anschluss eine zweite Runde mitzuproduzieren - dadurch ergibt sich ein ungewöhnlich großer Vorlauf.
2027 treten diese zwölf Promis an: Reality-Darstellerin und Fußballer-Ex Simone Ballack, Moderatorin Aminata Belli, Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma, Reality-Darstellerin Leyla Heiter, Schauspielerin Laura Osswald, Musikerin Sabrina Setlur, Sportmoderator Florian Ambrosius, Schauspieler Francis Fulton-Smith, Sänger Jay Khan, Schauspieler Christopher Kohn, Diskus-Olympiasieger Lars Riedel und Boxer Simon Zachenhuber. Die Jury soll mit Rosin, Herrmann und Raue größtenteils konstant bleiben, abgesehen von Kumptner, der scheinbar von Gastjuroren ersetzt wird.
Was zunächst wie eine übliche Mitteilung anmutet, bietet von außen betrachtet aber doch auch Raum für Stirnrunzeln. Schließlich scheinen in diesem Falle Produktionsprozesse derart auf organisatorische Effizienz getrimmt zu sein, dass das Für und Wider der Zuschauer gar nicht mehr den zentralen Ausschlag zu geben scheint. Ob Leute den Stoff nun sehen wollen, oder nicht - was günstig ist, wird einfach gnadenlos durchproduziert. Anders lässt es sich eigentlich nicht erklären, dass ProSiebenSat.1 die meist schlechten Quoten der ersten Staffel einfach wegignoriert, bzw. jene im Vorfeld wohl schon egal waren. Dass es nun trotz allem weitergeht, kann nur als Indiz dafür gewertet werden, auf welch tiefe Ebenen sich die Ansprüche des linearen Privatfernsehens inzwischen verringert haben.
Zur Erinnerung: Das Finale sahen nur ganz zähe 4,9 Prozent (0,18 Millionen) bei den 14-49-Jährigen. Wer nun denkt, dass es dafür am Gesamtmarkt sicherlich deutlich erbaulicher verlief, sieht sich getäuscht, denn auch hier kamen nur merklich überschaubare 3,9 Prozent durch 0,72 Millionen auf. Davor die Wochen lief es größtenteils mit Anteilen zwischen vier und fünf Prozent der Jüngeren (0,17-0,22 Millionen) ebenfalls klar ernüchternd. Gleiches gilt für das Gesamtpublikum, welches sich oft bei um die drei Prozent (0,68 - 0,77 Millionen) bewegte. Eigentlich bot nur die Folge am 13. Mai mit 7,3 Prozent durch 0,25 Millionen Jüngeren einen akzeptablen Marktanteil. Übrigens: Auch bei den On Demand-Programm-Marken spielte die Sendung keine Rolle.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel