Mit «Nope» bringt ProSieben ein ungewöhnliches Science-Fiction-Highlight ins Free-TV. Jordan Peeles Mysteryfilm verbindet UFO-Horror mit Gesellschaftssatire und entwickelte sich 2022 zu einem der meistdiskutierten Originalstoffe des Kinojahres.
Mit der Free-TV-Premiere von
«Nope» setzt ProSieben Anfang Juni auf modernes Prestige-Kino statt klassischer Mainstream-Ware. Der Mystery-Science-Fiction-Film von Jordan Peele läuft am 8. Juni 2026 um 22.45 Uhr und dürfte damit gezielt ein jüngeres, filmaffines Publikum ansprechen. Der Film erzählt von den Geschwistern OJ und Emerald Haywood, die auf einer Pferderanch im kalifornischen Santa Clarita Valley plötzlich mit unerklärlichen Phänomenen konfrontiert werden: Stromausfälle, seltsame Geräusche und schließlich ein unbekanntes Objekt am Himmel. Was zunächst wie ein klassischer UFO-Film wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einer Mischung aus Science-Fiction, Horrorfilm und Mediensatire.
Jordan Peele bleibt dabei seinem Stil treu. Schon mit «Get Out» und «Us» etablierte sich der frühere Comedy-Darsteller als Regisseur, der gesellschaftliche Themen mit Genre-Kino verbindet. Auch «Nope» ist deutlich mehr als nur ein Alienfilm. Im Zentrum stehen Themen wie Sensationslust, die Vermarktung von Trauma und die moderne Abhängigkeit von Bildern und Spektakel. Gerade Hollywood und die Medienindustrie geraten dabei immer wieder unterschwellig ins Visier.
Visuell zählt «Nope» zu den aufwendigsten Produktionen von Peele. Gedreht wurde teilweise sogar mit IMAX-Kameras auf 65mm-Film – ungewöhnlich für einen Horror- beziehungsweise Mysteryfilm. Kritiker lobten vor allem die Bildsprache von Kameramann Hoyte van Hoytema, der unter anderem bereits für Christopher Nolan arbeitete. Auch der ungewöhnliche Soundmix und die Kreaturendesigns wurden vielfach hervorgehoben.
An den Kinokassen entwickelte sich der Film 2022 zu einem Erfolg. Weltweit spielte die Produktion über 170 Millionen Dollar ein und gehörte zu den erfolgreichsten originären Stoffen des Jahres – also Filmen, die nicht auf bestehenden Marken oder Franchises basierten. Gleichzeitig polarisierte der Film stärker als Peeles vorherige Werke. Während viele Kritiker die Ambitionen und Originalität feierten, empfanden manche Zuschauer die Handlung als zu sperrig oder symbolisch überladen.
Quotenmeter-Kritiker Markus Tschiedert
schrieb: "Wer nun glaubt, in «Nope» würde der Alien- oder Invasionsfilm neu erfunden werden, wird schon bald eines Besseren belehrt. Jordan Peele bedient sich vieler Versatzstücke, die man aus ähnlich gelagerten Filmen wie «Unheimliche Begegnung der dritten Art» (1977) von Steven Spielberg oder «Der Tag, an dem die Erde stillstand» (1951) von Robert Wise kennt, ohne aber auch nur in die Nähe dieser Klassiker zu kommen. Denn es dauert und dauert, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. "
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