Ulf Poschardt hört als Welt-Hausgeber auf

Der langjährige Herausgeber von WELT und POLITICO Deutschland gibt seine Führungspositionen auf und konzentriert sich künftig auf eigene Formate.

Ulf Poschardt wird seine Position als Herausgeber von WELT, POLITICO Deutschland und Business Insider Deutschland zum 1. Juli 2026 auf eigenen Wunsch abgeben. Gleichzeitig übernimmt er bei Axel Springer die neu geschaffene Rolle des „freiesten Mitarbeiters“ innerhalb der Premium-Gruppe. In seiner neuen Funktion soll Poschardt vor allem als Autor, Podcaster und Creator tätig sein. Geplant sind unter anderem tägliche Kurzformate für soziale Netzwerke, eine neue 1:1-Talkshow bei WELT TV sowie zusätzliche Formate für BILD. Dort soll er unter anderem eine wöchentliche Kolumne und Videoformate übernehmen. Axel Springer bezeichnet Poschardt damit als wichtigen Bestandteil der eigenen Creator-Strategie.

Poschardt kam bereits 2008 als stellvertretender Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ zum Konzern. 2016 stieg er zum Chefredakteur der WELT-Gruppe auf, ehe er 2025 zusätzlich Herausgeber von WELT, POLITICO Deutschland und BUSINESS INSIDER Deutschland wurde. Seine Kommentare und Essays machten ihn zu einem der profiliertesten politischen Publizisten Deutschlands. Auch als Buchautor sorgte Poschardt zuletzt für Aufmerksamkeit. Sein Werk „Shitbürgertum“ entwickelte sich 2024 zum Bestseller, im Juni 2026 erscheint mit „Bückbürgertum“ bereits der Nachfolger.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer: „Es gibt wenige Autoren, deren Beiträge so leidenschaftlich diskutiert werden wie die von Ulf Poschardt. Quer über alle Plattformen, vom Leitartikel in der WELT bis zum Posting auf Social Media, erreicht er ein Millionenpublikum. Für diese Tätigkeit wollen wir ihm nun im Rahmen unserer Creator-Strategie den Raum geben, den er braucht, um seine Reichweite und Wirkung auszubauen. Kurz: Wir wollen mehr Ulf Poschardt.“

Ulf Poschardt: „Ich war mit Leidenschaft erst Chefredakteur, dann Herausgeber der WELT und der PREMIUM-GRUPPE. Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich festgestellt, dass ich für meine publizistische Arbeit mehr Freiheit brauche, die sich mit einer formalen Funktion nicht immer vereinbaren lässt. Ich bin daher auf Mathias Döpfner zugegangen und wir haben eine perfekte neue Rolle gefunden.“
13.05.2026 12:13 Uhr Kurz-URL: qmde.de/171748
Fabian Riedner

super
schade


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