Ebenfalls bestätigt wurde die Abgabe des «Mittagsmagazins» wie die lineare Einstellung von «MDR um 2».
Die nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeute laut eigener Begründung für den MDR eine umfangreiche Budget-Kürzung. Diese Situation zwinge den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang der MDR-Programmangebote auswirken würden. MDR-Intendant Ralf Ludwig hat am Montag, den 11. Mai den MDR-Rundfunkrat über das Maßnahmen-Paket informiert.
MDR-Intendant Ralf Ludwig: „Wir haben uns die Entscheidungen beileibe nicht leicht gemacht und wir würden uns die Situation gewiss auch anders wünschen [...] Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen, um den MDR insgesamt wirtschaftlich und publizistisch zukunftssicher aufzustellen.“
MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen: „Der MDR ist angesichts der veränderten Mediennutzung wie alle Medienhäuser in permanenter Transformation. Gleichzeitig haben wir mehrere Phasen intensiver Einsparungen in allen Bereichen des Hauses durchlaufen. Weil wir den MDR nicht insgesamt schwächen und nicht unsere Aufgaben als öffentlich-rechtliches Haus gefährden wollen, haben wir uns entschieden, nicht in der Breite zu kürzen, sondern strategisch Prioritäten zu setzen..."
Zu den Entscheidungen gehören laut offizieller MDR-Mitteilung die angedachte Abgabe des
«ARD-Mittagsmagazins»: Der MDR befindet sich in Gesprächen innerhalb der ARD, um die Produktion des ARD-Mittagsmagazins im Jahr 2027 abzugeben. Der Norddeutsche Rundfunk hat Bereitschaft signalisiert, das MIMA ggf. zu übernehmen. Zudem wird
«MDR um 2» ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Magazin fortgeführt, sondern als Streamingformat für regionale Themen weiterentwickelt. Dahingehende Berichte aus der letzten Woche bewahrheiten sich nun also definitiv von offizieller Senderseite.
Darüber hinaus wird es jedoch auch eine überraschende Pause von MDR-
«Tatort»-“ und
«Polizeiruf»-Neuproduktionen für drei Jahre geben. Der MDR hat bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen vorrätig, die in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen. Logischer Weise wird es in der Zeit danach aber zu Verringerungen von ostdeutschem Krimi-Stoff kommen.
Mit den getroffenen Maßnahmen will der MDR laut eigenen Angaben Regionalität, digitale Nutzung und die Nähe zu den Menschen in Mitteldeutschland priorisieren und dafür eben an anderer Stelle einsparen. Zu dieser angepassten Priorisierung zählt auch die Entscheidung, ab 2027 auch an Feiertagen wieder die drei eigenständigen Landesmagazine um 19 Uhr im MDR-Fernsehen zu senden.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel