Die Dokumentation begleitet Exorzisten, Betroffene und Kritiker und zeigt, wie präsent der Glaube an das Böse auch in der modernen Gesellschaft ist.
Mit
«Der Teufel in mir – Exorzismus heute» nimmt sich das ZDF eines Themas an, das oft im Verborgenen bleibt. Der Film von Max Damm und Emely Sporrer läuft am Pfingstmontag, den 25. Mai 2026, um 17:30 Uhr im Programm und ist bereits ab den frühen Morgenstunden desselben Tages in der Mediathek verfügbar, wo er bis zum 25. Mai 2031 abrufbar bleibt.
Exorzismus gilt vielfach als Relikt vergangener Zeiten – doch die Dokumentation zeigt, dass Rituale zur „Austreibung des Bösen“ auch heute noch praktiziert werden. Menschen berichten davon, sich von Dämonen verfolgt oder besessen zu fühlen, während Kirchen und freie Gemeinden sogenannte Befreiungsdienste anbieten. Dabei bewegt sich das Thema in einem Spannungsfeld aus religiösem Glauben, persönlicher Not und gesellschaftlicher Skepsis. Spätestens seit dem Fall Anneliese Michel im Jahr 1976 ist die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland von Vorsicht und Kritik geprägt.
Im Zentrum des Films steht die Religionswissenschaftlerin Dr. Nicole Bauer, die sich seit Jahren mit dem Phänomen Exorzismus beschäftigt. Sie erhält Einblicke in eine Welt, die nur selten öffentlich zugänglich ist, und kommt zu dem Schluss, dass die Praxis oft anders aussieht, als es nach außen dargestellt wird. Ihre Recherchen führen sie zu verschiedenen Akteuren und Orten, an denen bis heute Befreiungsrituale durchgeführt werden.
Auch der katholische Pater und Psychotherapeut Dr. Jörg Müller kommt zu Wort. Er begleitet Menschen in spirituellen Krisen, warnt jedoch zugleich davor, psychische Probleme vorschnell als dämonische Besessenheit zu deuten. Häufig lägen die Ursachen tiefer – in persönlichen Erfahrungen oder psychischen Belastungen. Damit schlägt die Dokumentation eine Brücke zwischen religiösen Deutungsmustern und wissenschaftlichen Erklärungsansätzen.
Neben der institutionalisierten Kirche widmet sich der Film auch neuen Formen des Exorzismus. Freikirchliche Gruppen und selbsternannte „Befreiungsdienste“ gewinnen an Zulauf, nicht zuletzt durch soziale Medien. Organisationen wie das LOROSA-Gebetsteam oder Internetakteure wie „Nature 23“ erreichen ein breites Publikum – und bewegen sich dabei oft in einem Graubereich zwischen Glauben, Inszenierung und möglichem Missbrauch.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel