Colin Furze – Vom Klempner zum weltweit bekannten YouTube-Tüftler

Mit spektakulären Eigenbauten und Millionenpublikum hat sich Colin Furze vom Klempner zum internationalen YouTube-Phänomen entwickelt.

Colin Furze ist ein britischer YouTuber und Bastler, der vor allem für außergewöhnliche mechanische Eigenbauten bekannt ist. Geboren wurde er am 14. Oktober 1979 in Stamford, Lincolnshire. Bevor er mit Onlinevideos ein großes Publikum erreichte, arbeitete Furze mehrere Jahre als gelernter Klempner. Eine akademische Ausbildung im Ingenieurwesen absolvierte er nicht – seine technischen Kenntnisse eignete er sich überwiegend autodidaktisch an.

Seinen YouTube-Kanal „colinfurze“ startete Furze bereits im Jahr 2006. In den Anfangsjahren veröffentlichte er vor allem einfache Videos zu Stunts, BMX-Fahrten und kleineren Experimenten. Erst mit wachsender Bekanntheit entwickelte sich der Kanal zu einem festen Bestandteil der internationalen Maker- und DIY-Szene. Anfang 2026 verzeichnet der Kanal über 13 Millionen Abonnenten sowie rund 1,9 Milliarden Gesamtaufrufe bei mehr als 440 Videos. Damit zählt Furze zu den größten Technik-Kanälen auf YouTube.

Inhaltlich konzentriert sich Furze auf den Bau ungewöhnlicher Fahrzeuge, Maschinen und mechanischer Konstruktionen. Viele seiner Projekte sind bewusst überdimensioniert oder technisch an die Grenze des Machbaren geführt. Dazu gehören unter anderem ein fahrbarer Whirlpool auf BMW-Basis, verschiedene motorisierte Alltagsgegenstände, ein selbstgebautes Hoverbike sowie mehrere umgebaute Motorräder. Die Videos sind klar auf Unterhaltung ausgelegt, geprägt von schnellen Schnitten und einer lauten, energiegeladenen Inszenierung.

Ein Teil seiner Bekanntheit geht auf mehrere Einträge im Guinness World Records zurück. Furze war unter anderem am Bau des mit rund 22 Metern längsten Motorrads der Welt beteiligt. Zudem hält er Rekorde für den schnellsten Mobilitätsscooter (71,59 mph beziehungsweise rund 115 km/h), den schnellsten motorisierten Kinderwagen mit über 85 km/h sowie ein umgebautes Autoscooter-Fahrzeug, das Geschwindigkeiten von über 160 km/h erreichte. Diese Rekorde dienen häufig als dramaturgischer Höhepunkt seiner Videos.

Ein langfristiges Projekt stellte der Bau eines Tunnelsystems unter seinem Wohnhaus dar. Über mehrere Jahre dokumentierte Furze den Aushub, die Sicherung der Schächte und den Ausbau verschiedener Räume. Das Projekt umfasste zahlreiche Videos und wurde schrittweise erweitert, unter anderem um Werkstätten, Lagerräume und Verbindungstunnel. Im Vergleich zu vielen seiner anderen Projekte zeigte diese Reihe einen stärker planungsorientierten Ansatz, blieb jedoch klar unterhaltungsgetrieben.



Neben YouTube ist Furze auch auf Plattformen wie Instagram und TikTok aktiv, wo er vor allem Kurzclips seiner Projekte sowie Ankündigungen neuer Videos teilt. Wirtschaftlich basiert sein Geschäftsmodell auf Werbeeinnahmen, Sponsorings und Kooperationen. Konkrete Zahlen zu seinen Einnahmen sind nicht öffentlich bekannt.

Auch außerhalb von YouTube trat Furze medial in Erscheinung, etwa in britischen TV-Formaten und Dokumentationen. 2025 erhielt er von der University of Warwick einen Ehrendoktortitel, der seine Rolle als populärer Vermittler technischer Inhalte würdigen sollte. Die Auszeichnung wurde jedoch auch kritisch diskutiert, da seine Inhalte stärker auf Unterhaltung als auf klassische Wissensvermittlung ausgerichtet sind.

Zusammenfassend lässt sich Colin Furze als Content-Creator einordnen, der handwerkliche Fähigkeiten, technische Neugier und medienwirksame Inszenierung miteinander verbindet. Seine Projekte sind weniger als klassische Ingenieurslösungen zu verstehen, sondern vielmehr als spektakuläre Einzelbauten mit hohem Unterhaltungswert. Der anhaltende Erfolg seines Kanals zeigt, dass diese Mischung ein großes Publikum erreicht – auch wenn die technische Tiefe dabei oft hinter der Inszenierung zurücktritt.
03.05.2026 12:05 Uhr Kurz-URL: qmde.de/170740
Lukas Mende

super
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YouTuber

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