«ZMR vor Ort» nimmt das Thema Live-Berichterstattung auf die Schippe - Aufhänger ist ein Erdbeben in der Vulkaneifel. Funktioniert der neue Ansatz?
Woche für Woche laufen im linearen Fernsehen beinah bereits erwartbar ähnliche Formate. Durch das Internet überraschen die Themen aus News und Unterhaltung auch nicht mehr wirklich - dennoch funktioniert der späte Satire-Freitag im Zweiten stets sehr gut. Im Fall von Jan Böhmermann und seinem
«ZDF Magazine Royale» kann bisher jeder Freitagabend in Sachen Quoten eine zweistellige Bilanz aufweisen, zudem schafften es immerhin zwei Abende bei den 14- bis 49-Jährigen sogar die 20-Prozent-Marke zu halten. Nichtsdestotrotz, wer rastet der rostet und so entsteht, wohl auch im Hinblick auf den beginnenden Frühling und Sommer, ein Spezial-Angebot aus dem Hause «ZDF Magazine Royale». Namentlich sendete das ZDF gestern ab 23:05 Uhr
«ZDF Magazine Royale präsentiert: ZMR vor Ort».
Vor mehr als ordentlichen 1,31 Millionen Zuschauern nahm das Redaktionsteam von Böhmermann am späten Abend generell die mitunter bekannte Live-Berichterstattung der heutigen Medien aufs Korn, inklusive abstruser vor Ort-Takes, Einspieler aus alten und zur Thematik vollkommen unpassenden Berichten, zu lange dauernde Schalten und ein "Experte" im Studio. Das wollten aus der Zuschauergruppe der 14- bis 49-Jährigen immerhin noch 0,33 Millionen sehen. Die reinen Zuschauerzahlen fallen im Vergleich zu den Ausgaben der vorherigen Wochen doch bereits etwas ab, deutlicher wird der Trend bei den Quoten. Insgesamt holte «ZMR vor Ort» lediglich 9,4 Prozent - erstmals in 2026 fällt das «Magazine Royle» damit in die Einstelligkeit. Bei den jüngeren Zuschauern hält die Sondersenung 11,4 Prozent - dennoch ist das die schlechteste Leistung des bisherigen Jahres.
Die Verantwortung kann jedoch keinesfalls gänzlich auf das späte «ZDF Magazine Royale» abgewälzt werden. Bereits die
«heute-show» im direkten Vorlauf verlor im Vergleich zur Ausstrahlung vor Oster knappe 200.000 14- bis 49-Jährige, von 0,80 Millionen ging es runter auf 0,61 Millionen. Aus Sicht der Quote fiel Welke von 22,6 auf 17,1 Prozent Anteil zurück. Auch hier hilft jedoch der Kontext: Nach RTL und einer neuen Folge «Let's Dance» mit 0,66 Millionen 14- bis 49-Jährigen stellt Welke die beste Leistung in der Sparte. Trotz sichtlichem Abstand zur «ZMR vor Ort»-Leistung ist das Böhmermann-Format nach der Sat.1-Primetime im Kreise der Besten vom gestrigen Sendetag.
© AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, Marktstandard: TV. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
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