Doku fragt: Deutsche Bauteile in russischen Drohnen?

Die ARD liefert eine Lieferketten-Reportage von Michael Höft.

Deutschland steht auf der einen Seite an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich in der Dokumentation «Die Russlandroute – Wie deutsche Waren in Putins Russland landen» auf den Weg nach Kyjiw. Ab 6. Mai 2026 in der ARD Mediathek. Lineare Ausstrahlung: 27. Mai 2026 um 22:50 Uhr im Ersten.

Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips von Drohnen mit denen die Stadt angegriffen wurde. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen Produkte „Made in Germany“. Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland.

Das ARD-Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter?
02.04.2026 13:31 Uhr Kurz-URL: qmde.de/170483
Mario Thunert

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