US-Bundesstaaten klagen gegen Nexstar-Tegna-Deal

Acht Generalstaatsanwälte wollen die milliardenschwere Übernahme stoppen und warnen vor weniger Wettbewerb im TV-Markt.

Die geplante Übernahme von Tegna durch Nexstar Media sorgt in den USA für erheblichen Widerstand. Acht Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um den rund 6,2 Milliarden US-Dollar schweren Deal zu verhindern. Ihrer Ansicht nach würde die Fusion zu einer unzulässigen Marktkonzentration führen und sowohl Verbraucher als auch die Vielfalt der lokalen Berichterstattung gefährden.

Konkret argumentieren die Generalstaatsanwälte aus unter anderem Kalifornien, New York und Illinois, dass die Zusammenlegung der beiden Sendergruppen gegen das US-Kartellrecht verstoße. Nexstar ist bereits heute der größte Betreiber lokaler TV-Stationen in den Vereinigten Staaten. Durch die Übernahme von Tegna würde das Unternehmen auf insgesamt 265 Sender anwachsen und damit einen Großteil der US-Haushalte erreichen.

Auch die bestehende Regulierung spielt eine zentrale Rolle: Die geplante Fusion würde die derzeitige Obergrenze der US-Medienaufsicht (FCC) überschreiten, die vorsieht, dass ein Unternehmen nicht mehr als 39 Prozent der TV-Haushalte erreichen darf. Nexstar hatte bereits eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Die Kläger sehen darin jedoch eine gefährliche Entwicklung. Sie warnen, dass weniger Wettbewerb langfristig zu einer Verarmung der Medienlandschaft führen könnte.

„Diese Fusion würde zu einer unglaublich hohen Konzentration auf den lokalen Fernsehmärkten führen und voraussichtlich die Kabel- und Satellitenpreise im ganzen Land in die Höhe treiben, was den lokalen Nachrichten und den Verbrauchern, die auf deren Berichterstattung als wichtige Informationsquelle angewiesen sind, irreparablen Schaden zufügen würde“, sagte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta in einer Erklärung. „Sollte dieser milliardenschwere Deal genehmigt werden, würde er den größten und den drittgrößten Fernsehsenderkonzern des Landes zusammenführen und einen Giganten schaffen, der 80 % der US-Fernsehhaushalte abdeckt.“

Bonta fuhr fort: „Diese Fusion ist schlicht und einfach illegal und verstößt gegen die Bundeskartellgesetze, die die Verbraucher schützen. Wenn Rundfunkmedien im Besitz einer Handvoll Unternehmen sind, gibt es weniger Stimmen, weniger Wettbewerb, und die Gemeinden verlieren die wichtige Kontrollfunktion, die der lokale Journalismus gegenüber der Macht ausübt.“
20.03.2026 00:23 Uhr Kurz-URL: qmde.de/170006
Fabian Riedner

super
schade


Artikel teilen

◄   zurück zur Startseite   ◄
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel

Qtalk-Forum » zur Desktop-Version

Impressum  |  Datenschutz und Nutzungshinweis  |  Cookie-Einstellungen  |  Newsletter