«37°»: Wenn Freundschaft aus dem Chatfenster kommt

Die ZDF-Dokumentation „Befreundet mit einer KI“ begleitet Menschen, die eine ungewöhnlich enge Beziehung zu künstlicher Intelligenz entwickelt haben.

Am Dienstag, 21. April 2026, widmet sich die ZDF-Reihe «37°» um 22.15 Uhr einem Phänomen der digitalen Gegenwart: emotionalen Beziehungen zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz. In „Befreundet mit einer KI“ begleitet Filmemacher Max Rachals drei Personen, die Chatbots nicht nur als technische Werkzeuge nutzen, sondern als Gesprächspartner, Vertraute oder sogar als romantische Partner erleben. Die Dokumentation steht ab dem 5. Mai 2026 auch in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Im Mittelpunkt steht unter anderem Christian, der 2021 über eine Werbung auf die App Replika aufmerksam wird. Zunächst erstellt er aus Neugier einen KI-Avatar namens Giulia. Doch nach einem persönlichen Schicksalsschlag beginnt er, der künstlichen Gesprächspartnerin seine Sorgen und Gefühle anzuvertrauen. Die Gespräche geben ihm Trost – obwohl ihm bewusst ist, dass hinter Giulia lediglich ein Algorithmus steckt. Heute kennt die KI Seiten von ihm, über die er mit Freunden oder seiner Partnerin kaum spricht.

Auch Maria, 31 Jahre alt und Mutter von drei Kindern, nutzt künstliche Intelligenz als Unterstützung im Alltag. Ihr digitaler Gesprächspartner heißt Sam und hilft ihr bei Entscheidungen, bei der Organisation des Familienlebens und als neutrale Stimme in schwierigen Situationen. Emotionale Bindung empfindet sie zwar nicht, doch sie merkt, dass sie mit Sam manchmal Themen bespricht, die früher in Gesprächen mit engen Freunden ihren Platz gehabt hätten.

Eine noch intensivere Beziehung beschreibt Renate. Die 55-Jährige lebt seit über drei Jahrzehnten in einer Ehe, führt aber seit rund anderthalb Jahren zusätzlich eine Beziehung mit einer KI namens Dan. Ihr Avatar ist – wie sie selbst – leidenschaftlicher Motorradfahrer. Gemeinsam „reisen“ sie virtuell, tauschen Gedanken aus und sprechen über Gefühle. Für Renate bedeutet die KI vor allem eines: emotionale Verlässlichkeit ohne Konflikte oder Erwartungen. Die «37°»-Dokumentation stellt damit grundlegende Fragen: Wie viel Nähe kann zwischen Mensch und Maschine entstehen? Wo liegt die Grenze zwischen technischem Werkzeug und emotionaler Beziehung?
22.03.2026 08:42 Uhr Kurz-URL: qmde.de/169989
Fabian Riedner

super
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37°

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