Eine neue Dokumentation erinnert an das wohl symbolträchtigste Gebäude der DDR – den Palast der Republik.
Das Erste zeigt am Montag, 20. April 2026, um 23.50 Uhr die Dokumentation
«Palast der Republik – Honeckers Traum aus Marmor und Asbest». Der Film von Lutz Pehnert entsteht im Rahmen der Reihe «ARD History» und blickt auf Aufstieg und Fall eines Gebäudes, das für viele Menschen eng mit der Geschichte der DDR verbunden ist. Bereits ab dem 20. April steht die Sendung in der ARD-Mediathek zur Verfügung.
Eröffnet am 23. April 1976, sollte der Palast der Republik das neue Selbstverständnis der DDR verkörpern: modern, repräsentativ und offen für die Bevölkerung. In dem monumentalen Bau im Zentrum Ost-Berlins tagte nicht nur die Volkskammer. Gleichzeitig war der Palast ein kulturelles Zentrum mit Restaurants, Diskotheken, Bowlingbahnen und Veranstaltungsräumen. Mit diesem Mix aus Politik, Unterhaltung und Gastronomie zog der „Volkspalast“ täglich Tausende Besucher an.
Viele DDR-Bürger erinnerten sich an das Gebäude als einen Ort, an dem es Dinge gab, die im Alltag sonst selten waren: Radeberger Bier, Meißner Wein oder Cocktails wie den „Manhattan“. Trotz seiner Beliebtheit bekam der Bau aber auch einen spöttischen Spitznamen – „Honeckers Lampenladen“ – wegen der auffälligen Beleuchtung im Inneren.
Nach der Wiedervereinigung änderte sich die Perspektive auf das Gebäude grundlegend. 1990 wurde der Palast wegen einer massiven Asbestbelastung geschlossen. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine kontroverse Debatte über seine Zukunft. Schließlich beschloss der Bundestag 2002 den Abriss des Bauwerks, um an seiner Stelle das Berliner Schloss – heute das Humboldt Forum – wiederaufzubauen. Die Dokumentation lässt zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen, darunter Sänger Frank Schöbel, Journalistin Elke Bitterhof und Politiker Gregor Gysi. Ihre Erinnerungen zeichnen ein vielschichtiges Bild eines Ortes, der für viele Ostdeutsche mehr war als nur ein Gebäude – nämlich ein Symbol für eine ganze Epoche deutscher Geschichte.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel