«Wir sind dann wohl die Angehörigen» im KinoFestival des Ersten

Das Erste zeigt in der Nacht zum 30. März Hans-Christian Schmids vielfach gelobtes Entführungsdrama über die Familie Reemtsma.

Das Erste setzt am Sonntag, um 00:05 Uhr auf eine Free-TV-Premiere. In der Nacht zum Montag strahlt das Erste im Rahmen des „KinoFestival im Ersten“ den Spielfilm «Wir sind dann wohl die Angehörigen» aus. Die deutsche Produktion aus dem Jahr 2022 erzählt die Entführung von Jan Philipp Reemtsma aus der Perspektive seines damals 13-jährigen Sohnes Johann – und richtet den Fokus konsequent auf die Ohnmacht und den psychischen Ausnahmezustand der Zurückgebliebenen.

Regisseur Hans-Christian Schmid, der gemeinsam mit Michael Gutmann auch das Drehbuch verfasste, basiert den Film auf dem autobiografischen Buch von Johann Scheerer. Im Zentrum stehen Johann (Claude Heinrich) und seine Mutter Ann Kathrin (Adina Vetter), deren Zuhause sich nach der Entführung im März 1996 in eine polizeiliche Einsatzzentrale verwandelt. Zwei Angehörigenbetreuer ziehen ein, Geldübergaben werden minutiös geplant – und scheitern. Zwischen strategischen Erwägungen der Ermittler und dem verzweifelten Wunsch der Familie nach einer schnellen Freilassung des Vaters entsteht ein zermürbender Konflikt.

Zum Ensemble zählen unter anderem Justus von Dohnányi als Anwalt Johann Schwenn, Hans Löw, Fabian Hinrichs sowie Philipp Hauß als Jan Philipp Reemtsma. Die Musik steuerten The Notwist bei, die Kamera führte Julian Krubasik. Der Film feierte seine Premiere auf dem Filmfest Hamburg 2022 und kam im November desselben Jahres in die Kinos.

Die Kritik reagierte überwiegend begeistert. Die “Frankfurter Rundschau“ sprach von einem „seltenen Juwel des deutschen Films“, während die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ die klare Haltung und den visuellen Instinkt Schmids hervorhob. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ würdigte die nüchterne, unsentimentale Erzählweise, und der „Filmdienst“ attestierte dem Werk eine intensive, eindringliche Inszenierung der beklemmenden Ohnmacht. 2023 wurde die Filmmusik von The Notwist zudem für den Deutschen Filmpreis nominiert.
07.03.2026 14:30 Uhr Kurz-URL: qmde.de/169582
Fabian Riedner

super
schade


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Wir sind dann wohl die Angehörigen

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