Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery, Netflix steigt aus

Nach einem dramatischen Wendepunkt im milliardenschweren Übernahmepoker zieht sich Netflix zurück.

[imgr]http://www.quotenmeter.de/pics/warnerbrosdiscovery/logo/warnerbrosdiscovery_2022_ox.jpg[/img]Im milliardenschweren Bieterkampf um Warner Bros. Discovery (WBD) ist eine Vorentscheidung gefallen: Netflix hat offiziell erklärt, sein Angebot nicht nachzubessern, nachdem das Board von WBD das überarbeitete Gebot von Paramount Skydance Corporation als „Company Superior Proposal“ eingestuft hatte. Damit ist Paramount Skydance nun faktisch auf dem besten Weg, den gesamten Medienkonzern zu übernehmen.

Netflix hatte im Dezember eine Vereinbarung über den Erwerb großer Teile von WBD – inklusive Warner Bros. und HBO Max, jedoch ohne die linearen Kabelsender – im Wert von rund 83 Milliarden US-Dollar geschlossen. Paramount Skydance konterte zuletzt mit einem Barangebot von 31 Dollar je Aktie, was einer Gesamtbewertung von rund 111 Milliarden Dollar für das gesamte Unternehmen entspricht. Neben dem höheren Kaufpreis überzeugten das Board auch eine regulatorische Abbruchgebühr von sieben Milliarden Dollar sowie die Übernahme der 2,8 Milliarden Dollar schweren Vertragsstrafe, die WBD bei Kündigung des Netflix-Deals zahlen müsste.

In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters, man habe diszipliniert gehandelt. Zu dem Preis, der nötig gewesen wäre, um das Paramount-Gebot zu übertreffen, sei die Transaktion „nicht länger finanziell attraktiv“. Das WBD-Management um CEO David Zaslav dankte Netflix dennoch für die Zusammenarbeit und sprach von einem fairen und rigorosen Prozess. Zugleich zeigte sich Zaslav überzeugt, dass eine Fusion mit Paramount Skydance „enormen Wert für die Aktionäre“ schaffen werde.

Die Entwicklung kam für viele Brancheninsider überraschend, da Netflix noch mehrere Tage Zeit gehabt hätte, sein Angebot anzupassen. Hinzu kommt die politische Dimension: Das Netflix-WBD-Geschäft hätte angesichts der Marktmacht des Streamingriesen eine intensive kartellrechtliche Prüfung durchlaufen. Berichte über Lobbyarbeit in Washington sowie die enge Verbindung von Paramount-Skydance-Financier Larry Ellison zum politischen Establishment sorgten zusätzlich für Spekulationen über regulatorische Hürden.
27.02.2026 06:40 Uhr Kurz-URL: qmde.de/169349
Fabian Riedner

super
schade


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