Das Marketing-Projekt «Boah, Bahn!» kostete über sieben Millionen Euro - dieser Faktor führte nun zu Kritik.
Die im letzten Jahr gestartete Mini-Serie
«Boah, Bahn!» mit Anke Engelke in der Hauptrolle als Schaffnerin wird entgegen ursprünglicher Planungen nicht mit einer zweiten Staffel fortgesetzt. In dem Projekt wird die Hauptfigur mit typischen Bahn-Problemen wie Verspätungen oder defekten Kaffeemaschinen im Bordbistro konfrontiert. Die sieben Kurz-Folgen (maximal drei Minuten Laufzeit) wurden unter anderem auf den Social-Media Kanälen der Bahn im vergangenen Oktober ausgespielt und waren als selbstironische Marketingkampagne intendiert.
Dass eine Fortsetzung nun nicht zustande kommt, hängt vor allem auch mit politischem Gegenwind zusammen, der die Kosten des Marketingaufwands (über sieben Millionen Euro) als unverhältnismäßig kritisiert in Zeiten von Diskussionen über Sicherheitsmängel bei der Deutschen Bahn. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, sagte in „Bild am Sonntag“: „Angesichts der eklatanten Sicherheitsmängel bei der Deutschen Bahn ist es ein Skandal, dass der Vorstand so viele Millionen Euro für lustige Werbeclips ausgibt. Für dieses Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden können. Das ganze Thema wird im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.“
Zwar führte die zuständige DB-Abteilung ins Feld, dass die mit der Kampagne entstandenen Kosten im vergleichbaren Rahmen für ähnliche Projekte liege, letztlich sei eine Verlängerung in der aktuellen Situation aber dennoch nur schwer vermittelbar: Bahnsprecher Voß formulierte es in der „Bild am Sonntag“ so: "Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit.“
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