Wenn zwei Freunde einfach losreden und genau daraus ein Erfolgsformat entsteht, dann ist man bei «Edeltalk».
Mit
«Edeltalk» hat funk einen Comedy-Podcast im Portfolio, der sich konsequent jeder klaren Kategorisierung entzieht – und genau daraus seine Stärke zieht. Dominik und Kevin sprechen seit Jahren über alles, was ihnen gerade durch den Kopf geht: Alltagsbeobachtungen, absurde Erlebnisse, persönliche Macken, popkulturelle Phänomene und immer wieder auch Gespräche mit Gästen aus Internet, Medien und Entertainment. Ein festes Konzept braucht das Format nicht, denn der Reiz liegt gerade im Ungeplanten.
«Edeltalk» funktioniert wie ein langes, sehr freies Gespräch unter Freunden, dem man zufällig zuhört. Themen entstehen oft aus Nebensätzen, werden weitergedacht, verworfen und plötzlich von etwas völlig anderem abgelöst. Genau diese Struktur – oder besser: diese bewusste Konzeptlosigkeit – ist Teil der DNA des Podcasts. Statt Pointen im Sekundentakt gibt es Beobachtungshumor, Selbstironie und eine große Lust am Abschweifen. Das kann minutenlang um Sprachkuriositäten gehen, um peinliche Missgeschicke auf Reisen oder um völlig überhöhte Diskussionen über scheinbar banale Dinge wie Zahnpasta, Flughafenlogik oder merkwürdige Gerüche.
Dabei lebt «Edeltalk» stark von der Dynamik zwischen den beiden Hosts. Dominik und Kevin ergänzen sich, widersprechen sich, treiben sich gegenseitig in absurde Gedankengänge – ohne dass das je kalkuliert wirkt. Viele Folgen fühlen sich eher wie ein dokumentierter Gedankengang an als wie eine klassische Podcast-Episode. Diese Spontaneität sorgt dafür, dass selbst lange Laufzeiten von oft über 90 Minuten nicht ermüden, sondern zum Markenzeichen geworden sind. «Edeltalk» ist kein Snack, sondern bewusst ein Zeitfresser – ideal für lange Autofahrten, Haushalt oder schlichtes Abschalten.
Regelmäßig holen sich die Hosts Gäste dazu, die dem Podcast neue Richtungen geben. Ob Influencerinnen, Comedians, Schauspieler oder Expertinnen aus völlig anderen Bereichen: Die Gespräche bleiben locker, persönlich und oft überraschend tiefgehend. Selbst ernste Themen wie Krankheit, psychische Belastungen oder Lebenskrisen finden Platz, ohne dass der Podcast seinen humorvollen Grundton verliert. Gerade diese Mischung aus Albernheit und ehrlichen Momenten macht «Edeltalk» für viele Hörerinnen und Hörer besonders zugänglich.
Produziert wird der Podcast von funk, dem gemeinsamen Online-Netzwerk von ARD und ZDF, was sich auch in der professionellen Umsetzung zeigt – ohne dem Format seine rohe, unaufgeräumte Anmutung zu nehmen. Neue Folgen erscheinen regelmäßig sonntags und haben sich über die Jahre eine große, treue Community aufgebaut. Kommentare, Running Gags und Insider gehören längst zur Identität des Podcasts und verstärken das Gefühl, Teil eines fortlaufenden Gesprächs zu sein.
«Edeltalk» ist kein Podcast, der informiert oder belehrt will. Er will unterhalten, begleiten und manchmal einfach nur Chaos stiften. Genau darin liegt seine Qualität: In einer Podcast-Landschaft voller Formate mit klarer Agenda ist «Edeltalk» ein Ort, an dem Abschweifen nicht nur erlaubt, sondern Programm ist.
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