Der Sender zeigt eine Dokumentation, die den Tod eines Missionars nutzt, um die Geschichte, den Schutzstatus und die Isolation eines der letzten unkontaktierten Völker der Welt zu erklären.
Am Sonntag, 25. Januar 2026, um 20:15 Uhr strahlt Geo den Dokumentarfilm
«The Last Tribe – Wenn Glaube tötet» aus. Die 52-minütige Produktion aus Frankreich rekonstruiert den Tod des US-Amerikaners John Chau, der im November 2018 auf North Sentinel Island ums Leben kam. Chau hatte versucht, den isoliert lebenden Stamm der Sentinels christlich zu missionieren – ein Versuch, der tödlich endete und weltweit eine Debatte über Missionseifer, kulturelle Übergriffigkeit und den Schutz indigener Völker auslöste.
Die Dokumentation arbeitet detailliert heraus, warum der Kontakt zu den Sentinels streng verboten ist. Indien hat das Betreten der Insel per Gesetz untersagt; ein Sperrgebiet mit mehreren Seemeilen Sicherheitsabstand soll verhindern, dass Außenstehende den Stamm gefährden oder umgekehrt selbst in Lebensgefahr geraten. Diese Regelung dient nicht nur dem Schutz der Inselbewohner vor Gewalt oder Ausbeutung, sondern auch vor eingeschleppten Krankheiten, gegen die sie keinerlei Immunität besitzen. «The Last Tribe» erklärt diese rechtlichen Vorgaben und zeigt, wie bewusst sich die indischen Behörden für eine Politik der vollständigen Isolation entschieden haben.
Inhaltlich beleuchtet der Film auch die Geschichte der Andamanen-Stämme, zu denen die Sentinels gehören. Während viele indigene Gruppen der Region im Laufe der Kolonialzeit und durch spätere staatliche Eingriffe stark dezimiert oder assimiliert wurden, konnten die Sentinels ihre Unabhängigkeit bis heute bewahren. Die Dokumentation ordnet dies historisch ein und zeigt, wie frühere Kontaktversuche immer wieder zu Gewalt, Krankheiten und dem Zusammenbruch sozialer Strukturen führten.
Der Tod von John Chau wird dabei nicht sensationsheischend, sondern analytisch aufgearbeitet. Der Film fragt, wie es möglich war, dass Chau trotz der klaren Verbote die Insel erreichte, welche Rolle Schleuser spielten und warum religiöser Eifer bei manchen Missionaren stärker wiegt als geltendes Recht oder der Schutz fremder Kulturen. «The Last Tribe – Wenn Glaube tötet» nutzt den konkreten Fall, um grundsätzliche Fragen nach Verantwortung, Glauben und den Grenzen westlicher Einflussnahme zu stellen – und rückt dabei konsequent die Perspektive der isolierten Völker in den Mittelpunkt.
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