Eine neue dreiteilige Dokumentationsreihe erzählt, wie US-Talkshows der 1990er-Jahre vom Gesprächsforum zum medialen Skandalformat wurden.
Mit
«Dirty Talk: When Daytime Talk Shows Ruled TV» startet am Mittwoch, den 14. Januar, eine neue dreiteilige Doku-Serie beim US-Sender ABC. Die Produktion beleuchtet eine Phase der Fernsehgeschichte, in der Daytime-Talkshows das Nachmittagsprogramm dominierten und zugleich massiv polarisierten. Nach der TV-Ausstrahlung steht die Reihe am Folgetag auch bei Disney+ und Hulu zum Abruf bereit.
Die Doku-Serie zeichnet nach, wie sich das Genre von einem vermeintlich vertrauensvollen Raum für persönliche Geschichten zu einem Zuschauermagneten voller Provokationen, Eskalationen und Grenzüberschreitungen entwickelte. Dabei kommen zahlreiche prägende Köpfe der Talkshow-Ära selbst zu Wort, darunter Maury Povich, Sally Jessy Raphael, Montel Williams und Leeza Gibbons. Ergänzt werden diese Einblicke durch Aussagen von Produzenten, Medienexperten und Psychologen, die erklären, warum Millionen Zuschauer einschalteten – und warum Gäste bereit waren, intimste Details öffentlich zu machen.
Inhaltlich ist «Dirty Talk» klar gegliedert: Die erste Episode „Origin of the Species“ zeigt, wie Soap Operas und Gameshows den Boden für das Talkshow-Phänomen bereiteten. Teil zwei, „Talked to Death“, widmet sich der dunklen Seite des Formats, als ein tödlicher Zwischenfall nach einer Aufzeichnung das gesamte Genre unter massiven Rechtfertigungsdruck setzte. Das Finale „Adapt or Die“ beleuchtet schließlich, wie Formate wie «The Jerry Springer Show» die Spirale der Zuspitzung weiterdrehten und damit das Ende einer Ära ebenso einläuteten wie ihre langfristige kulturelle Prägung.
Produziert wurde die Reihe von Radley Studios für ABC News Studios. Ziel der Macher ist es, nicht nur nostalgisch auf ein umstrittenes TV-Phänomen zurückzublicken, sondern auch dessen nachhaltige Auswirkungen auf Medien, Gesellschaft und die Menschen vor wie hinter der Kamera sichtbar zu machen.
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