Histoire TV hintefragt «Schindlers Liste»

Der Dokusender widmet sich Anfang Februar zwei bedeutenden historischen Themen und verbindet archäologische Spurensuche mit einer kritischen Neubewertung.

Am Montag, den 2. Februar, zeigt der Sender um 20.50 Uhr die 90-minütige Dokumentation «Mésopotamie, la redécouverte des trésors d’Irak». Der Film begleitet die Rückkehr internationaler Archäologinnen und Archäologen auf die großen Ausgrabungsstätten des Irak, die nach rund fünf Jahrzehnten erstmals wieder systematisch erforscht werden.

In einem Land, das sich im Wiederaufbau nach Krieg und Zerstörung befindet, ermöglichen moderne Technologien und neue wissenschaftliche Methoden einen frischen Blick auf die Entstehung der ersten Städte der Menschheitsgeschichte. Gleichzeitig thematisiert die Dokumentation den schwierigen Kampf um den Erhalt eines kulturellen Erbes, das durch Konflikte und Plünderungen massiv bedroht wurde.

Am nächsten Tag, folgt um 20.50 Uhr die Ausstrahlung von «La Liste de Schindler: la véritable histoire». Die von Vincent Néquache geschriebene und realisierte Dokumentation hinterfragt den historischen Wahrheitsgehalt des weltberühmten Spielfilms «Schindlers Liste» von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993. Anhand von Archivmaterial und Zeitzeugenberichten wird untersucht, inwieweit die filmische Darstellung der Ereignisse mit der Realität um Oskar Schindler übereinstimmt. Dabei beleuchtet der Film nicht nur Schindlers Rettungsaktionen, sondern auch weniger bekannte Widersprüche und Grauzonen seines Lebenswegs.

„Spielberg hat etwas gemacht, was alle Drehbuchautoren und Regisseure machen: zuspitzen und vereinfachen“, sagte Annette Baumeister im Quotenmeter-Gespräch zu ihrer Dokumentation «Emilie Schindler - Die vergessene Heldin». „Und deshalb spielt Emilie Schindler in Schindlers Liste bei der Rettung der 1200 Juden keine Rolle. Sie hat nur eine Nebenrolle, die der betrogenen und gedemütigten Ehefrau. Ganz wichtig ist jedoch: Spielberg hat nie behauptet, dass der Spielfilm die Wahrheit erzählt. Aber wir, das Publikum, haben die Geschichte für bare Münze gehalten. Ein Grund dafür war sicherlich, dass der Film schwarz/weiß ist, das wirkt dokumentarisch. Jedoch viel wichtiger: Der Erfolg von «Schindlers Liste» war so überwältigend, dass die Geschichte wahr sein musste. Endlich ein guter Deutscher! Kaum eine historische Figur wurde von Steven Spielberg so geprägt, wie Oskar Schindler. Das hatte dramatische Folgen für Emilie Schindler: Mit dem Film hat Spielberg ihr die Deutungshoheit über ihr eigenes Leben genommen.“
09.01.2026 00:21 Uhr Kurz-URL: qmde.de/167843
Fabian Riedner

super
schade


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Schindlers Liste

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