«OnlyBob» zeigt Lisa Buckwitz zwischen Sport und Sponsoring-Tabus

Die ZDF-Doku «OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital.» begleitet Bobstar Lisa Buckwitz auf ihrem umstrittenen Weg zu Olympia 2026 – zwischen Leistungsdruck, Freizügigkeit und öffentlicher Debatte.

Am Sonntag, 18. Januar 2026, um 17:15 Uhr zeigt das ZDF den Dokumentarfilm «OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital.» von Eva Schötteldreier (im Streaming bereits ab 16. Januar). Die Doku begleitet die Olympiasiegerin Lisa Buckwitz, eine der erfolgreichsten Bobpilotinnen Deutschlands, auf ihrem intensiven und oft widersprüchlichen Weg zu den Winterspielen 2026 – und erzählt gleichzeitig eine außergewöhnliche Geschichte über Finanzierung im Spitzensport, Selbstbestimmung und Körperbilder im digitalen Zeitalter.

Der Film beschreibt Buckwitz’ Situation schonungslos: Sie ist Weltmeisterin, Europameisterin, dominierende Athletin im Monobob – und dennoch wie viele Wintersportlerinnen mit der harten Realität konfrontiert, dass der Leistungssport ihr Leben zwar bestimmt, aber kaum finanziert. Die Kosten für Material, Reisen, Betreuung und Training sind enorm, die Fördergelder begrenzt. Buckwitz entscheidet sich für einen ungewöhnlichen Weg: Sie nutzt Freizügigkeit und ein Erotikportal als Sponsor, um ihren Traum von Olympiagold realisieren zu können.

Die Dokumentation zeigt, wie die Athletin zwischen Krafttraining, Eisbahn und Social-Media-Selbstinszenierung pendelt, immer begleitet von der Frage, wie viel sie preisgeben will – und was sie gewinnen kann. Buckwitz ringt nicht nur mit der körperlichen Herausforderung, sondern auch mit der öffentlichen Meinung: Wie wird eine Spitzensportlerin bewertet, die ihren Körper als Kapital begreift? Wo liegen die Grenzen zwischen Empowerment, Provokation und Notwendigkeit? Und wie beeinflusst all das ihren Weg zurück auf die größte Bühne des Wintersports?

Der Film ordnet Buckwitz’ Karriere ein, die 2013 im Bobsport begann und rasch steil nach oben führte: 2018 gewann sie als Anschieberin mit Mariama Jamanka sensationell Olympia-Gold, später wurde sie selbst Pilotin, siegte im Weltcup, holte Weltmeistertitel und Europameisterschaftsmedaillen. Gleichzeitig thematisiert die Doku die Schattenseiten – den Druck, das ständige Verglichenwerden, die körperliche Selbstoptimierung und den Kampf um finanzielle Unabhängigkeit in einem Mediensystem, das Frauenkörper oft anders bewertet als sportliche Leistungen.
01.01.2026 12:42 Uhr Kurz-URL: qmde.de/167506
Fabian Riedner

super
schade


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OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital.

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