Jede Folge widmet sich einem Film, einer Ära oder einer Legende des Actiongenres – von kultigen 80s-Brechern über moderne Blockbuster bis zu unterschätzten Perlen, die längst mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
«Actionkult» ist der Podcast für alle, die Actionkino nicht nur wegstreamen, sondern richtig sezieren wollen. Host Dominik Hug, früher mit Texten auf kult.ch unterwegs, hat sein Faible für kraches Kino ins Audiozeitalter überführt – und zwar mit bemerkenswerter Konsequenz. Woche für Woche nimmt er sich zusammen mit wechselnden Gästen Actionfilme aller Epochen vor, von den 1960er-Jahren bis zu aktuellen Kinostarts, von VHS-Wühlkisten bis zum millionenschweren Franchise.
Die Grundidee ist simpel, aber sehr klar: Action steht im Zentrum, Genregrenzen sind eher Empfehlung als Regel. Mal geht es um Klassiker wie «Stirb Langsam», «Rambo», «Terminator» oder «Dirty Harry», mal um Franchise-Dauerbrenner wie «Fast & Furious» oder «Mission: Impossible». Dann wieder taucht «Actionkult» tief in die DTV- und Videotheken-Ära ein – etwa in die endlosen Steven-Seagal-Jahre, die Hug gemeinsam mit Jan Langer von den „Glotzenden Zimbelaffen“ Film für Film durchackert. Dazu kommen Uwe-Boll-Specials, Ausflüge in 90er-Video-Action, Direct-to-Video-Perlen und Filme, die man eher aus TV-Nachtschienen als aus dem Kino kennt.
Charakteristisch ist die Mischung aus Nerdtum und Einordnung: Dominik Hug interessiert sich nicht nur dafür, ob Explosionen stimmen und Fights knackig inszeniert sind, sondern auch für Produktionsgeschichten, Studio-Politik, den Status von Produzenten-Ikonen wie Joel Silver oder für die Frage, warum gewisse Filme im kollektiven Gedächtnis kleben bleiben – und andere trotz Starbesetzung im Regal verstauben. In Specials werden etwa die besten Joel-Silver-Produktionen durchdekliniert oder das View Askewniverse von Kevin Smith komplett durchgesprochen, inklusive Herz für Dialoge, Popkultur und Videotheken-Spirit.
Ein großes Plus ist die Gästestruktur: Regelmäßig sind Podcaster aus der deutschsprachigen Filmszene zu hören – etwa vom „Cine Entertainment Talk“, „CinéSwiss“, „Für eine Handvoll Popcorn“ oder diversen Horror- und Nostalgie-Formaten. Dadurch entsteht eine lebendige Gesprächsatmosphäre, in der persönliche Erinnerungen (erste Sichtung auf VHS, TV-Ausstrahlungen, alte Fernsehabende) genauso Platz haben wie analytische Blicke auf Figuren, Politik und Zeitgeist. Dass Hug selbst hörbar aus der Videotheken-Generation stammt, verleiht vielen Folgen eine angenehm nostalgische Grundierung.
Tonal bewegt sich «Actionkult» zwischen lockerem Kumpel-Talk und detailverliebter Analyse. Die Episoden sind meist deutlich über eine Stunde lang, große Klassiker oder umfangreiche Reihen sprengen schnell die Zwei-Stunden-Marke. Wer nur schnelle Kurzkritiken möchte, ist hier falsch – wer Lust hat, sich in einem Film richtig einzurichten, findet genau das Richtige. Immer wieder verlässt der Podcast das reine Action-Territorium bewusst: Sommerspecials widmen sich etwa Sitcoms wie «Eine schrecklich nette Familie» oder es werden Serien wie «Baywatch Nights» oder «Manimal» aus heutiger Sicht neu bewertet – inklusive liebevollem Spott.
Abgerundet wird das Ganze von einem klaren Markenauftritt: eigener Intro-Track, starke Präsenz auf Instagram, Facebook, Bluesky und Letterboxd, dazu eine offene Einladung an die Community, Themenwünsche zu schicken oder eigene Softspots und Guilty Pleasures einzubringen. «Actionkult» funktioniert damit nicht nur als wöchentliche Dosis Action-Analyse, sondern auch als Treffpunkt einer Szene, die das Genre ernst nimmt, ohne den Spaß daran zu verlieren.
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