Jynxzi: Wie ein lautstarker Rainbow-Six-Spieler zum globalen Streaming-Phänomen wurde
Mit Rage-Clips, Humor und echtem Können hat sich Nicholas „Jynxzi“ Stewart in nur wenigen Jahren zu einem der reichweitenstärksten Streamer der Welt hochgearbeitet.
Nicholas Stewart, besser bekannt unter seinem Online-Namen Jynxzi, gehört inzwischen zu den größten Streamern des internationalen Gaming-Kosmos. Der am 26. September 2001 in Washington geborene Creator absolvierte die River Ridge High School, ehe er Anfang 2019 begann, regelmäßig auf Twitch zu streamen. Heute folgen ihm dort rund 8 Millionen Menschen, weitere 5,4 Millionen Fans schauen seine YouTube-Videos – eine Entwicklung, die im hart umkämpften Gaming-Sektor kaum jemand so schnell geschafft hat.
Zu Beginn sah seine Karriere allerdings noch ganz anders aus. Jynxzi konzentrierte sich von Anfang an auf den taktischen Shooter „Tom Clancy’s Rainbow Six Siege“ (R6), ein Spiel, bei dem zwei Teams in 5-gegen-5-Runden gegeneinander antreten. Ein Jahr lang streamte er täglich – und erreichte im Schnitt gerade einmal fünf Zuschauer. Was viele Creator entmutigt hätte, motivierte Stewart nur noch mehr. 2020 begann er, seine besten Spielszenen, Rage-Momente und humorvollen Ausraster auf YouTube zu teilen. Diese Highlights machten ihn erstmals einer breiteren Community zugänglich.
Der große Sprung gelang aber erst 2023, als mehrere seiner Clips viral gingen. Besonders seine laute, emotionale, aber stets authentisch wirkende Art hob ihn von den meisten anderen Streamern ab. Als er dem eSports-Team Spacestation Gaming beitrat und zeitgleich auf Twitch die Marke von eine Million Followern überschritt, setzte sich ein rasanter Aufwärtstrend in Gang. Mit zeitweise 80.000 zahlenden Abonnenten gehörte er sogar zu den meistabonnierten Streamern weltweit.
Seine Erfolge blieben auch branchenweit nicht unbemerkt: Bei den Streamer Awards 2023 gewann Jynxzi die Titel „Best Breakthrough Streamer“ und „Gamer of the Year“, 2024 folgte die Auszeichnung als „Best FPS Streamer“. Einen weiteren Meilenstein setzte er, als er 2024 in einem seiner Streams fast 230.000 Live-Zuschauer gleichzeitig erreichte.
Auch außerhalb des Gamings machte Stewart von sich reden. Beim Sidemen Charity Match 2025, einem von internationalen Influencern organisierten Fußball-Event, spielte er vor 90.000 Fans im Stadion – und rund 8 Millionen Zuschauern im Livestream. Mehr als fünf Millionen Euro wurden dabei für wohltätige Zwecke gesammelt. Der Streamer bewies damit, dass seine Popularität weit über die Gaming-Community hinausgeht.
Im April desselben Jahres sorgte Jynxzi zudem unfreiwillig für Schlagzeilen: In einem seiner Streams leakte er versehentlich interne Statistiken, laut denen er in nur vier Wochen rund 450.000 US-Dollar allein durch Twitch verdiente – ohne Einnahmen aus Sponsoren, YouTube oder TikTok. Der Vorfall löste eine Debatte über die Einkommenshöhe erfolgreicher Streamer aus und zeigte gleichzeitig, welchen ökonomischen Einfluss die Szene mittlerweile hat.
Im Juni 2025 folgte der nächste Schritt: Stewart trat der von Gerard Piqué gegründeten Kings League bei, einer global beachteten Kleinfeld-Fußballliga, und erhielt sein eigenes Team. Damit erweitert Jynxzi seine Präsenz erneut um ein komplett neues Sport- und Entertainment-Umfeld.
Inhaltlich hat sich sein Stream-Fokus zuletzt verschoben. Während Rainbow Six Siege ihn berühmt machte, dominiert derzeit Clash Royale seine Livestreams – ein Format, das ihm regelmäßig hohe Zuschauerzahlen beschert. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein von ihm organisiertes 1-gegen-1-Turnier, bei dem zahlreiche Creator gegeneinander antraten. Unter anderem besiegte er den deutschen YouTuber Trymacs mit 3:1.
Heute gilt Jynxzi als einer der unverwechselbarsten Streaming-Persönlichkeiten der Welt. Mit einer Mischung aus lauten Emotionen, spielerischem Können, Humor, Authentizität und einem klaren Gespür für virale Momente hat er sich eine Marke aufgebaut, die sowohl im Gaming als auch im Mainstream hohen Wiedererkennungswert besitzt. Seine rasante Karriere zeigt, wie enorm die Dynamik im Streaming-Bereich geworden ist – und dass Persönlichkeit oft wichtiger ist als Perfektion.
04.01.2026 12:24 Uhr
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Lukas Mende
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