Die unabhängige irische Senatorin Sharon Keogan hat im Seanad (dem irischen Oberhaus) eine Untersuchung zu möglichen politischen und finanziellen Verbindungen islamischer Organisationen in Irland gefordert. Anlass ist die anhaltende Schließung des Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) in Clonskeagh, einem der größten islamischen Zentren des Landes.
Das ICCI bleibt laut
gript.ie seit April geschlossen. In einer Erklärung teilte die Leitung des Zentrums mit, die Schließung sei „als präventive Maßnahme erfolgt, um die Sicherheit und den Schutz des Eigentums, des Personals, der Kinder und der Öffentlichkeit zu gewährleisten“. Hintergrund sind interne Auseinandersetzungen um die Führung und Verwaltung der Einrichtung, über die zuletzt auch irische Medien wie The Irish Times berichtet hatten.
Laut diesen Berichten soll ein leitender Mitarbeiter des Zentrums zum Rücktritt aufgefordert worden sein. Es geht um Vorwürfe von finanziellen Unregelmäßigkeiten und Differenzen innerhalb der Trägerschaft. Offizielle Stellen haben die Vorgänge bislang nicht kommentiert. Der Schulbetrieb auf dem Gelände wurde inzwischen unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen wieder aufgenommen.
Senatorin Keogan erklärte im Parlament, sie sei besorgt über den Mangel an Transparenz in Teilen der islamischen Gemeinschaft. Ihr Anliegen richte sich, so betonte sie, nicht gegen Religion, sondern gegen unklare Strukturen und Governance-Probleme. Sie forderte die Regierung auf, „eine umfassende Untersuchung über den Einfluss religiöser Netzwerke und Organisationen in Irland“ einzuleiten.
Keogan verwies dabei auch auf Entwicklungen in anderen Ländern Europas, wo islamische Organisationen stärker überprüft werden. Eine solche Untersuchung könne, so die Senatorin, helfen, „Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen zu schaffen“.
Internationale Beobachter verweisen darauf, dass es in mehreren Ländern immer wieder Diskussionen über den Einfluss konservativer religiöser Gruppen gibt. In Irland sind derzeit keine islamischen Organisationen verboten, und es gibt keine offiziellen Erkenntnisse über extremistische Aktivitäten im Zusammenhang mit der Schließung des ICCI.
In einer Reaktion auf die Debatte erklärten Vertreter der muslimischen Gemeinschaft, man wünsche sich Transparenz und Dialog. Das Ziel müsse sein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Vertrauen in die bestehenden Strukturen wiederherzustellen.
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