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Buchclub: „Jeder Mensch“ – Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach hat ein neues Buch mit dem Titel "Jeder Mensch" vorgelegt. Dieses Mal kommen allerdings keine Kriminalgeschichten darin vor.

Was als erstes an diesem Buch auffällt, ist die Verkaufspolitik: Das Buch kommt gleichzeitig als gebundene Ausgabe, eBook, Hörbuch-CD in den Handel und ist auch als Hörbuch-Download verfügbar. "Jeder Mensch" ist knapp und kurz gehalten: Der schmale Band hat in der gebundenen Ausgabe 32 Seiten, die handlichen Maße von 15,5 x 10 cm, ist nur einen Zentimeter dick, wiegt ganze 70 g. Die gebundene Ausgabe kostet 5,00 Euro, das eBook (ePUB) 3,99 Euro, die Hörbuch-CD 4,09 Euro und der Hörbuch-Download 3,95 Euro.

Der kleine Band ist am Tag nach seinem Erscheinen auf Platz 3 der Spiegel-Bestseller-Liste "Sachbücher" zu finden. Dem Luchterhand Verlag und dem Autor Ferdinand von Schirach scheint viel daran zu liegen, dass dieses Buch auch von "jedem Menschen" gelesen wird - ein sehr logischer Ansatz, weil es um die Rechte von jedem Menschen geht:

"Jeder Mensch": Initiative, Petition und langfristiges Projekt
In seinem neuen Buch "Jeder Mensch" setzt sich Ferdinand von Schirach dafür ein, die Grundrechts-Charta der Europäer um neue, allgemein einklagbare Grundrechte zu erweitern. Er macht diese Vorschläge nicht als "Einzelkämpfer", sondern nutzt seinen - durch mehrere aufsehenerregende Werke mit hohem Bekanntheitsgrad in der Allgemeinheit gut belegten - juristischen Sachverstand zur Unterstützung einer Initiative "für alle Menschen":

Ferdinand von Schirach greift in seinem Buch "Jeder Mensch" Forderungen auf, die in Form einer Petition (auf Initiative der Stiftung Jeder Mensch e.V.) ganz real an Europäisches Parlament, Europäische Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten gestellt werden sollen. Diese Petition konnte zum Erscheinungsdatum des Buches bereits gut 100.000 Unterschriften verzeichnen, ist also bereits eine höchst erfolgreiche Initiative.

Ferdinand von Schirach setzt seinen hohen Bekanntheitsgrad dazu ein, so viele weitere Bürger wie möglich (gerade wegen der allgemein beklagten Demokratie-Müdigkeit) zur Unterzeichnung anzuregen. Auf jeder Plattform, auf der das Buch "Jeder Mensch" verkauft wird, wird direkt zur Petition auf der Website WeMove.eu verlinkt.

Der Autor hatte bereits sein 2020 veröffentlichtes Buch "Trotzdem" (Gespräche mit Alexander Kluge) mit der deutlichen Aufforderung beendet: "Wir könnten das Ruder herumreißen, indem wir uns endlich eine europäische Verfassung geben".

Nicht erst seitdem macht sich Ferdinand von Schirach Gedanken über die neuen Grundrechte, die auf die tiefgreifenden Veränderungen unseres Lebens in den letzten Jahrzehnten antworten, und um die Öffnung der Durchsetzbarkeit dieser bisher nur als Staatszielbeschreibung oder Absichtserklärung formulierten Rechte. Das Projekt "zeitgemäße Grundrechte für den europäischen Rechtsraum" geht weit über die gerade im Aufbau befindliche Petition hinaus:

Ferdinand von Schirach hat mit unzähligen Menschen und vielen der Unternehmensinhabern gesprochen, die ihre Produkte ohne Ausbeutung und Steuervermeidung herstellen wollen; an den Formulierungen und Erklärungen des Buches "Jeder Mensch" als Signal gegen Verfassungs-Dystopien haben zwei der renommiertesten Juristen unseres Landes mitgefeilt: Rechtsanwalt Prof. Dr. Remo Klinger vertritt regelmäßig öffentlich-rechtliche Auftraggeber in verfassungsrechtlichen Verfahren und Nichtregierungsorganisationen in Verfahren, in denen es um die Umwelt bzw. Menschenrechte geht (er vertrat z. B. die Opfer eines Fabrikbrands in Karachi/Pakistan gegen den Textilhersteller KiK und ist auch in Klimaschutzverfahren für Fridays for Future u.a. tätig).

Dr. Ulrich Karpenstein ist Rechtsanwalt in einer Sozietät, vertritt regelmäßig Verbände, Unternehmen und die Bundesregierung vor dem EuGH und dem Bundesverfassungsgericht und ist Mitherausgeber der NJW (Neue Juristische Wochenschrift, eines der bekannten juristischen Organe), der EuZW (Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht) und eines Kommentars zur Europäischen Menschenrechtskonvention EMRK.

Wie so viele der Menschen, die sich um die Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens in Europa Gedanken machen, sind auch diese Koryphäen der demokratischen Rechtswissenschaft der Meinung, dass "genau jetzt" der richtige Zeitpunkt zum Handeln und für Handlungsanregungen an die Allgemeinheit ist.

Aus diesem Impetus entstand das Buch "Jeder Mensch", das die neuen Grundrechte, die wir brauchen, knapp und gut verständlich erklärt:

Durchsetzbare Grundrechte für Alle
Der Jurist Ferdinand von Schirach stellt die neuen Grundrechte vor, der Schriftsteller Ferdinand von Schirach erklärt in brillanter Kürze, warum wir diese Grundrechte brauchen und warum es notwendig ist, dass "jeder Mensch" bei systematischer Verletzung dieser Grundrechte eine Grundrechtsklage vor Gerichten im Europäischen Rechtsraum erheben kann (diese Grundrechtsklage bildet den abschließenden Artikel 6).

Die anderen fünf Artikel behandeln das Recht auf Leben in einer gesunden und aktiv geschützten Umwelt, das Recht auf digitale Selbstbestimmung (ohne Ausforschung und Manipulation), das Recht auf Transparenz, Fairness und Überprüfbarkeit künstlicher IT-Intelligenz (ev. belastender Algorithmen), das Recht auf wahre Äußerungen von Amtsträgern (als Reaktion auf die Unmöglichkeit, Trumps offensichtlichen zehntausenden Lügen irgendein Verfahren entgegenzusetzen) und das Recht auf Waren und Dienstleistungen, die unter Einhaltung der universellen Menschenrechte erstellt/erbracht werden - für jeden Menschen, weshalb der Inhalt hier auch nicht weiter ausgebreitet werden soll, weil dieses kleine Buch "jeder Mensch" lesen sollte.
04.05.2021 13:25 Uhr Kurz-URL: qmde.de/126371
Sebastian Schmitt

super
schade


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