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«The Hate U Give»: ProSieben zeigt Themenabend über Rassismus

Auf dem Programmplan stehen der Film «The Hate U Give» und eine Dokumentation. Auch arte ändert sein Programm.

Filmfacts «The Hate U Give»

  • Regie: George Tillman Jr.
  • Produktion: Robert Teitel, George Tillman Jr., Marty Bowen, Wyck Godfrey
  • Drehbuch: Audrey Wells; basierend auf dem Roman von Angie Thomas
  • Darsteller: Amandla Stenberg, Regina Hall, Russell Hornsby, K. J. Apa, Common, Anthony Mackie
  • Musik: Dustin O'Halloran
  • Kamera: Mihai Malaimare Jr.
  • Schnitt: Craig Hayes, Alex Blatt
  • Laufzeit: 133 Minuten
  • FSK: ab 12 Jahren
Erst kürzlich zeigte ProSieben eine kurze Sondersendung zum Thema "Black Lives Matter". Doch der Münchener Privatsender lässt es nicht auf dieser Reaktion auf die aktuelle Lage in den USA beruhen, sondern veranstaltet am 20. Juni 2020 einen ganzen Themenabend mit dem Schwerpunkt "Rassismus in den USA". Dieser eröffnet um 20.15 Uhr mit einem Film, der angesichts der Tötung von George Floyd durch rassistische Polizeigewalt noch aktueller wirkt als noch bei seiner Kinopremiere: «The Hate U Give». In der Jugendbuchadaption von George Tillman Jr. geht es um Starr Carter (Amandla Stenberg), die mitansehen muss, wie ein Freund von ihr erschossen wird, weil ein weißer Cop denkt, er hätte nach einer Waffe gegriffen – in Wahrheit griff er bloß nach einer Haarbürste.

Im Anschluss an das aufwühlende Drama, das neben Polizeigewalt auch weiteren institutionellen Rassismus behandelt sowie den "Wohlfühl-Aktionismus" vieler Weißer, zeigt ProSieben die topaktuelle Dokumentation «Black Lives Matter? – Reise in ein gespaltenes Land». ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann sagt über den Themenschwerpunkt: "«The Hate U Give» ist ein beeindruckender Film, der leider zu gut in die aktuelle Zeit passt. Sehr realistisch, traurig – aber gleichzeitig lösungsorientiert. Mit der Doku bieten wir insbesondere unseren jungen Zuschauern einen nachdenklichen Fernsehabend zum Thema Rassismus."

Schon diesen Samstag, also am 13. Juni 2020, ändert der Kultursender arte sein Programm, um auf die derzeit wieder größere Aufmerksamkeit einzugehen, die das Thema Rassismus erhält. Ab 19.30 Uhr wird dann die Dokumentation «Rassenkrieg in den USA? Die Ziele der Alt-Right» über den Äther geschickt. Am 15. Juni folgt eine weitere Programmänderung: Neben einer kürzlich schon angekündigten Doku über Polizeigewalt (mehr dazu) wird es ab 21.35 Uhr «Ein amerikanischer Held – Die Geschichte des Colin Kaepernick» zu sehen geben.

In der Doku geht es um den Footballspieler Colin Kaepernick, der schon vor vier Jahren die rassistische Polizeigewalt in den USA anprangerte, indem er auf dem Spielfeld kniete. Obwohl sein Protest um die Welt ging und oft kopiert wird, ist er selbst mittlerweile arbeitslos. Ab 22.30 Uhr folgt die Oscar-nominierte Doku «I Am Not Your Negro» über James Baldwin und seine Abrechnung mit der Intoleranz in den USA.
11.06.2020 10:26 Uhr Kurz-URL: qmde.de/119010
Sidney Schering

super
schade

64 %
36 %

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Tags

The Hate U Give I Am Not Your Negro

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Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
Familie Tschiep
11.06.2020 21:54 Uhr 7
Guter Film!

Ich finde es eine Legende, wenn man alle Flüchtlinge als Kriminelle hinstellt.
troubled
13.06.2020 16:12 Uhr 8
Wow. Die viele Zeit mit und für sich alleine in den letzten Wochen scheint einigen ja hier nicht bekommen zu sein.



Kingsdale merkt in dieser Diskussion und in einer anderen an, man solle nicht alle über einen Kamm scheren, will hier aber raushauen, das die Flüchtlinge ja sowieso nur kriminelle vergewaltigende Mörder sind, und deswegen zurecht dem Hass der eingeborenen Deutschen sich gefälligst auszusetzen haben.



Ein anderer versteht die Wortherkunft von "Rassismus" nicht und wäre aufgrund seines kurzen, aber dummen Kommentars (wie es Sid ja auch bereits schrieb) geradezu prädestiniert, sich den Themenabend anzuschauen, und dann ist natürlich noch der oftmals fragwürdige Medical Fan.



ProSieben ist ein Kacksender, weil er einem gesellschaftlich relevanten Thema einen Abend widmet? Also sonst kommt nur unlustiger Comedymüll (über Humor lässt sich ja sowieso streiten), und wenn jetzt mal was von Relevanz kommt, isses auch verkehrt? Dann lösch doch einfach ProSieben von deiner Fernbedienung ("aus der Senderliste löschen" wäre sinnvoller, aber was solls) - der Sender nimmt den "Verlust" in Kauf. Die ÖR und die Medien im gesamten berichten ganz offensichtlich NICHT ausreichend über dieses Thema, denn ansonsten müsste es es ja nicht zum Thema gemacht werden.
Anonymous
13.06.2020 16:33 Uhr 9
Und ganz kühl und rein kapitalistisch gedacht könnte man ergänzen: "The Hate U Give" ist eh im ProSieben-Rechtepaket. Der Film würde eh irgendwann mal auf dem Sender laufen. Wieso also nicht die Free-TV-Premiere zu einem Zeitpunkt einplanen, zu dem die Leute eh für das Thema empfänglich ist?



Ich sage nicht, dass dieses Kalkül DIE Denkweise schlechthin ist. Aber es schadet vielleicht nicht, auch einfach aufzuzeigen, dass der Sender damit nur kluge Programmplanung betreibt.
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