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Doc Sander geht von Bord: Warum Nick Wilder «Das Traumschiff» verlässt und sein Leben dennoch wilder bleibt, als man denkt

Nach den Abgängen von Heide Keller und Sascha Hehn geht der nächste beliebte Star des ZDF-Dampfers von Bord. Nick Wilder macht mit der diesjährigen Weihnachtsfolge nach zehn Jahren Schluss mit der Rolle des Doc Sander. Was der ehemalige Herr Kaiser nun plant, hat er Quotenmeter exklusiv verraten.

Seine letzte Fahrt auf der MS Amadea wird Nick Wilder vermutlich nie vergessen. Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie musste das aktuelle «Traumschiff» des ZDF eine Quarantäne-Irrfahrt auf sich nehmen, die insbesondere für viele Mitarbeiter der Filmcrew anders geplant war.

Rückblick


Schon Wilders erste Fahrt als Doc Sander hatte 2010 einen ähnlich turbulenten Verlauf genommen: Zyklon Oli verwüstete damals unter anderem auch Bora-Bora, das Ziel seiner Debütfolge. Die Filmcrew wurde dabei sogar in Steinhäusern untergebracht, während der Sturm über die Insel peitschte. Die Angst war zu groß gewesen, dass die Pfahlbauten des Four Seasons Resorts nicht halten würden.

Zum Start ein Zyklon, zum Abschied Corona. Das Leben schreibt eben immer noch die spannendsten Geschichten.

Doch vor ein paar Tagen war es dann endlich so weit: Wilder und seine Frau Christine Mayn hatten endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen und verließen das Schiff zum (vorerst) letzten Mal; zumindest als Teil der Filmcrew. Nach zehn Jahren in der beliebten Rolle des Schiffsarztes Doc Sander ist Schluss.

Neustart


Für «Das Traumschiff» bedeutet dieser Abgang den endgültigen Reset, der rückblickend bereits vor fünf Jahren mit dem Tausch der MS Deutschland gegen die unpersönlichere MS Amadea seinen Anfang genommen hatte. Barbara Wussow konnte sich in den vergangenen zwei Jahren gerade etwas einleben und Florian Silbereisen seine ersten Sporen als neuer Kapitän verdienen, da verändert sich das Gesicht des Erfolgsformates nun erneut: Nachdem die Produktion 2018 bereits Heide Keller in Rente verabschiedet hatte und zuletzt 2019 Sascha Hehn aufgrund kreativer Differenzen verlor, verlässt nun auch das dritte langjährige Gesicht der Reihe den Dampfer.

Wilder war von Wolfang Rademann als Nachfolger Horst Naumanns auserkoren worden, der die Rolle des Dr. Schröder von 1983 an in insgesamt 55 Episoden verkörpert hatte. Mit seinem sonnigen Gemüt konnte Wilder sich im «Traumschiff» und dem Spin-off «Kreuzfahrt ins Glück» jedoch schnell in die Herzen der Fans spielen.

Die 88. Episode wird nun an Weihnachten seine 25. und letzte werden. Für den Schauspieler ist das ein logischer Schritt, liegt sein Lebensmittelpunkt doch ohnehin längst im fernen Montana. In den USA, wo seine Schauspielkarriere 1994 mit der Rolle in Roland Emmerichs «Stargate» begann, spielt er bereits wieder vermehrt in Serien und Filmen. So reifte 2019 auch sein Wunsch, Doc Sander in Rente zu schicken. Dem Deutschen Publikum wird er jedoch in der wiederkehrenden Rolle des Reeders Johnny in «Rote Rosen» erhalten bleiben.

Herzensprojekt


Neben Schauspielerei und Musik nimmt aktuell allerdings auch noch ein weiteres Herzensprojekt seine Zeit in Anspruch: Wilder schreibt an seinen Lebenserinnerungen. Der Titel des Buches ist dabei Programm: Hallo, Herr Kaiser! Das Leben ist wilder als man denkt wird die Leser durch eine turbulente Lebensreise führen, die wahrlich um einiges wilder daherkommt, als man es dem smarten Mimen vielleicht unterstellen würde.

Der Sohn eines Landwirtes von der Insel Fehmarn schloss zunächst ein Studium zum Diplom-Holzwirt ab, wurde dann Surfweltmeister, Surfshopbesitzer in Dänemark und Florida und ging schließlich nach Hollywood. Auf Emmerichs «Stargate» folgte die ikonische Rolle der Werbefigur Herr Kaiser, Engagements im deutschen und dänischen Fernsehen und schließlich sein Doc Sander im «Traumschiff». Dort lernte er auch seine Ehefrau kennen, die ihn gemeinsam mit Wolfgang Rademann an Bord geholt hatte. Sie ist es nun auch, die in seiner letzten Episode Schicksalsfee spielen wird. Mehr sei noch nicht verraten. Damit schließt sich ein Kreis, wie so oft in Wilders Leben.

Blick zurück nach vorn


Für ihn heißt es nun also „auf zu neuen Ufern!“. Denn alles hat seine Zeit. Mit seinen Memoiren erfüllt er sich einen lange gehegten Wunsch. Wer möchte, kann das Werk noch bis Ende April in einer limitierten, von Wilder handsignierten Version im Shop des Verlags in Farbe und Bunt vorbestellen. Zusätzlich ist es aber auch bei allen Onlinehändlern und in Buchhandlungen erhältlich. Erscheinen soll Hallo, Herr Kaiser! Das Leben ist wilder als man denkt im November 2020. Man darf gespannt sein auf eine überraschende Lebensgeschichte, gespickt mit lässigem Humor, aber auch vielen nachdenklichen Tönen, sowie mit Höhen und Tiefen.

Mit dem «Traumschiff» und Macher Rademann verbindet Wilder indes nur das Beste. So wünscht er der Produktion, dass sie noch lange durch die deutsche TV-Landschaft schippern möge. Die Einschaltquoten bewiesen schließlich zuletzt wieder einmal die Zugkraft des Genres.

Doch sind die ganzen Wechsel hinter den Kulissen sowie der Tod Rademanns natürlich auch am «Traumschiff» nicht spurlos vorbeigegangen. Die oft zitierte Rademann-Familie existiert für Wilder nicht mehr; auch ein Grund, warum ihm der Abschied leichter fällt. Die Stimmung wurde zunehmend kühler, weil der gute Geist, die Seele der Produktion fehlte und das Vakuum nicht zu füllen war.

Am Ende entscheidet aber immer der Zuschauer. Wechselnde Schiffe, Kapitäne, Ärzte und sogar der Abgang der ewigen Chef-Hostess Beatrice haben dem Reiz der Reihe letztlich nicht geschadet. Die Reisen gehen weiter, solange Deutschland sie erleben möchte. Und das ist gut so!

Volle Kraft voraus


Für Wilder ist es der perfekte Zeitpunkt für etwas Neues. Zehn Jahre durfte er die Welt bereisen und den sympathischen Kumpeltyp Sander verkörpern. Nach 14 Jahre in der Rolle des Herrn Kaiser (die er zuletzt für Check24 wiederbelebte), ist er schlicht dankbar, zweimal eine derartige Vertrauensperson im deutschen TV gespielt zu haben.

Dankbarkeit ist ohnehin das vorherrschende Gefühl. Denn waren es zehn traumhafte Jahre, bei denen seine Frau ihn nicht nur auf den Reisen begleitet hat, sondern oft auch in den Episoden mitspielte. Gemeinsam haben die beiden die Welt entdeckt und unseren an Wundern nicht armen Planeten hautnah erlebt. Ein Privileg, das ihnen absolut bewusst ist.

Schauspielerei, Musik und sein Buch; es wird nicht langweilig für und mit Nick Wilder. Und wenn man ihn kennt, steht in jedem Fall fest: Das Leben war und bleibt wilder, als man denkt.
03.04.2020 12:00 Uhr Kurz-URL: qmde.de/117232
Björn Sülter

super
schade

56 %
44 %

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Tags

Das Traumschiff Traumschiff Kreuzfahrt ins Glück Stargate Rote Rosen

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