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Die glorreichen 6 Filme zum Hinhören (Teil III)

Diese Filme sind zwar alles in allem eher dürftig, aber gute Güte, ihre Soundtracks sind klasse! Heute: «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro».

Filmfacts «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro»

  • Regie: Marc Webb
  • Produktion: Avi Arad, Matt Tolmach
  • Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Jeff Pinkner
  • Story: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Jeff Pinkner, James Vanderbilt
  • Basierend auf den Comics von Stan Lee und Steve Ditko
  • Darsteller: Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Dane DeHaan, Campbell Scott, Embeth Davidtz, Colm Feore, Paul Giamatti, Sally Field
  • Musik: Hans Zimmer & The Magnificent Six (Michael Enzinger, Junkie XL, Andrew Kawczynski, Johnny Marr, Steve Mazzaro, Pharrell Williams)
  • Kamera: Dan Mindel
  • Schnitt: Pietro Scalia
  • Laufzeit: 142 Minuten
  • FSK: ab 12 Jahren
Die Marvel-Adaption «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro» ist, was passiert, wenn die Produktion eines Big-Budget-Films, von dem sich sein dringend einen Hit benötigendes Studio viel verspricht, vollkommen entgleist. Sony Pictures steckte all seine Hoffnungen in «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro», wollte mit diesem Film nicht nur zwei Fortsetzungen lostreten, die im Zwei-Jahres-Takt folgen sollten, sondern obendrein einen Spin-off-Film über Spider-Mans Schurken. «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro» sollte es quasi allein mit dem Marvel Cinematic Universe aufnehmen. Die damals noch aufstrebende, statt etablierte Felicity Jones wurde für eine Minirolle angeheuert, um sie in späteren Teilen mit einem größeren Part zu bedenken. Shailene Woodley («Divergent») wurde ebenfalls für einen kleinen Auftritt als Mary Jane Watson angeheuert, letztlich aber geschnitten – laut Regisseur Marc Webb, um den Fokus nicht von der Liebesgeschichte zwischen Peter Parker und Gwen Stacy abzulenken. Böse Zungen sagen derweil, dass manche Fieslinge bei Sony sie nicht als attraktiv genug für die Rolle erachteten (was bescheuert wäre, wäre es wahr).

Produzent Avi Arad verlangte zusätzliche, dem Plot nicht dienliche Szenen rund um den Schurken Rhino, bei Sony wollte man unbedingt aus dem Jedermann Peter Parker einen Auserwählten machen. Man wich vom ursprünglichen Plan ab, weitere High-School-Geschichten mit der Titelfigur erzählen, und ließ sie plötzlich den Abschluss machen. Subplots, die Peters Persönlichkeit vertieft hätten, wurden für mehr Action gekippt.

Angeblich mischte sich der damalige Sony-CEO Kaz Hirai in den Filmschnitt ein, obwohl er damit keinerlei Erfahrung hatte. Aufgrund alter Verträge zwischen Webb und 20th Century Fox verhandelte das Studio, dass der Abspann zum Film Werbung für seinen nächsten «X-Men»-Film beinhalten sollte. Und noch während des Drehs wurde das Skript mehrmals radikal umgeschrieben – wesentlich mehr als bei derartigen Filmen üblich. Das (und sein Frust über das geplante Ende des Films) ließ James Horner, den Komponisten des Vorgängerfilms, entnervt hinschmeißen – er meinte, er konnte es sich nicht mit ansehen, wie die Produzenten und das Studio mit Marc Webb umgegangen sind.

Auftritt Hans Zimmer: Als Ersatz für James Horner herangeholt, näherte er sich dem Projekt mit einer "Die ganz oben können mich mal!"-Rockerattitüde und gründete mit befreundeten Musikern etwas, das er eine "Garagenband" nennt. Die Idee dahinter: "In den 90er-Jahren gab es diese schrecklichen 'Musik, inspiriert von ...'-Alben mit Liedern, die niemand im Film haben wollte. Ich dachte mir: Warum es nicht anders herum machen und erst Songs schreiben und daraus die Themen für den Score formen?", erläuterte Zimmer später 'Rolling Stone'.



Das Ergebnis: Exzentrisch. Laut. Schrill. Wild. Rebellisch. Ein musikgewordener Stinkefinger, eine fetzende, chaotische, ungehaltene Musikkulisse. Eine, die er auch zum Aufmischen seiner Livekonzerte nutzt: Nach einer Reihe ikonischer, beliebter Melodien aus populären Filmen kündigt Zimmer ein Klarinettenkonzert an – dass auf ein Klarinettensolo ein verzerrter, manischer Dubstep-Angriff auf die Lauscher folgt, davor warnt er nicht. Und der fies grinsende «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro»-Kenner im Publikum darf sich amüsiert die ratlosen Geschichter im Publikum anschauen.

Ein Score zum Meckerfritzen aufmöbeln: Der «The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro»-Score ist alles, was der Film nicht sein durfte.

«The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro» ist auf DVD und Blu-ray erhältlich und unter anderem via Amazon, Netflix, iTunes, Google Play und Sky Ticket abrufbar
11.08.2019 14:23 Uhr Kurz-URL: qmde.de/111336
Sidney Schering

super
schade


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