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Die Kritiker: «Friesland: Schmutzige Deals»

Schmutzig geht es im neuen Samstags-Krimi zu: Zwischen Gülle und Erbstreit versucht das Ermittlerteam um Süher Özlügül und Henk Cassens einen Mordfall mit besonders vielen Verdächtigen zu lösen.

Cast & Crew

  • Darsteller: Maxim Mehmet, Sophie Dal, Holger Stockhaus, Knud Riepen, Theresa Underberg u.a.
  • Buch: Timo Berndt
  • Regie: Markus Sehr
  • Schnitt: Stefen Schmitt
  • Musik: Tobias Wagner, Steven Schwalbe
  • Kamera: Andreas Köhler
  • Produktion: Warner Bros.
Mal wieder müssen die beiden Ermittler Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) den Reifen am Wagen des Bestatters Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) wechseln, da dieser erneut einen Nagel im Profil hat. Dank einem angeblich sicheren Geschäft mit Holger Frerichs (Knud Riepen) hat er nun die Wut sämtlicher Güllebauern der Umgebung auf sich und wird daher ständig auf verschiedenste Weise schikaniert. Das macht das Özlügül-Cassens-Ermittlerduo natürlich neugierig und so gehen sie dem Ganzen nach. Schnell finden sie heraus, dass der Bestatter ein Nebengeschäft mit Holger am Laufen hat, wobei Holger als einziger die genauen Details weiß.

Dumm nur, dass dessen Eltern Jochen und Marie Frerichs (Peter Kremer und Johanna Gastdorf) ihn am nächsten Tag auf ihrem Bauernhof tot im vollen Güllebecken finden. Und das obwohl der Hof doch schon seit Jahren keine Tiere mehr hat. Doch wer war es? Etwa einer der Viehbauern aus der Umgebung, da Holger die Gülle aus Holland importiert und den regionalen Agrarbauern verkauft? Hier würde vor allem Aiko Möldenbrok (Andreas Guenther) im Verdacht stehen, Holger getötet zu haben. Immerhin ist es ja seine Gülle im Güllebecken der Familie Frerichs. Doch ist er wirklich schuld? Oder doch Holgers Ex, die ihn über längere Zeit gestalkt hat und einfach nicht von ihm los kommt? Aber es könnte auch Holgers Neue gewesen sein, immerhin hatten sie einen Streit am Morgen. Und was ist mit dem Verkäufer der Landwirtschaftsmaschine, die Holger angekauft hat und dann weiter verkaufen wollte? Immerhin scheint die Maschine kaputt zu sein, war es etwa ein Betrugsgeschäft? Aber auch Holgers Stiefvater Jochen kommt in Betracht. Oder ist es aber Klaas Möldenbrok (Markus Gertken), der ältere Bruder von Aiko?

Eigentlich führt Kommissar Jan Brockhorst (Felix Vörtler) die Ermittlungen an, doch das Özlügül-Cassens-Ermittlerduo macht sich eigenständig an die Arbeit und findet so mehrere Hinweise auf die vermeintlichen Täter, wobei auch Aikos und Klaas Cousine Insa Scherzinger (Theresa Underberg) sich immer wieder in die polizeiliche Arbeit einmischt und sowohl die Obduktion von Holger übernimmt, als auch die Gülle im Güllebecken der Frerichs untersucht. Während den Ermittlungen muss vor allem Süher Özlügül immer wieder über ihren Schatten springen und die Regeln etwas lockerer sehen, so wie es Henk Cassens bereits von Anfang an macht.

Mit der Zeit bekommt man auch heraus, um was genau es in dem Deal ging: An- und Verkauf einer Landwirtschaftsmaschine, die jedoch kaputt ist. Zwar ist die Maschine im Ganzen nicht mehr verwendbar, doch hatte Holgers Vater die Idee, die gesamte Maschine in Einzelteilen zu verkaufen. Bringt diese Bemühung dann das Geld wieder rein, das der Bestatter, Holgers Eltern und Yunus Özlügül (Yunus Cumartpay), der Bruder von der Polizistin Süher Özlügül, durch Holgers Geschäft verloren haben? Und lernen der Bestatter und Yunus aus dieser Sache?

Was der Handlung fehlt: die Hintergrundgeschichte der einzelnen Charaktere, wie es in anderen Krimifilmen, wie zum Beispiel dem «Tatort» üblich ist. Klar bekommt man mit, dass sich die meisten bereits vorher kannten oder sogar miteinander verwandt sind, schon allein da immer wieder auf alte Fälle eingegangen wird, dennoch erfährt der Zuschauer kaum etwas über das Privatleben der Polizisten, was das Ganze eindeutig spannender gemacht hätte, als nur die Ermittlungen rund um den Gülletodesfall zu sehen. Demgegenüber muss man aber auch sagen, dass es die Handlung eindeutig interessanter machte, dass die Polizisten die Verdächtigen immer wieder ausschlossen, nur um sie dann doch wieder zu verdächtigen und demnach ein hin und her erzeugt wurde. Zudem macht auch die Tatsache, dass die gesamte Streitigkeit um den Güllehandel, die ja scheinbar das Mordmotiv ist, tatsächlich existiert, die gesamte Handlung nochmal realistischer.

Alles in allem ist der Film wirklich sehr gelungen. Sprechen sollte man nochmal über den Vorspann, der nicht nur sehr gelungen ist, sondern für alle Bürger südlich des Weißwurst-Äquators vielleicht sogar schöne Einblicke in die flache Landschaft an der Küste zeigt. Allerdings war die Musik dazu («Suffragette City» von David Bowie) nicht wirklich passend.

Am 10. Februar zeigt das ZDF um 20.15 Uhr den Friesland-Krimi «Friesland: Schmutzige Deals».
08.02.2018 10:45 Uhr Kurz-URL: qmde.de/98900
Anne-Sophie Hartmann

super
schade

79 %
21 %

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Tags

Friesland Friesland: Schmutzige Deals Schmutzige Deals Suffragette City Tatort

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