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Als RTL den Dienstagabend mit US-Serien dominierte

Bevor RTL am Dienstag seinen zweiten deutschen Serienabend startet, werfen wir einen Blick in die Vergangenheit: Früher sorgten dienstags nämlich US-Serien für Spitzen-Quoten bei RTL.

RTL eröffnet in dieser Woche seinen zweiten deutschen Serienabend. Künftig wird es nicht nur donnerstagabends deutsche Fiction zu sehen geben, sondern auch dienstagabends. Auftakt gibt es eine Doppelfolge von «Sankt Maik», «Beck is back!» kommt eine Woche später dazu – die US-Serien haben dann ausgedient. Diese Umstellung passt in die Strategie des Kölner Marktführers, sich unabhängiger von amerikanischer Lizenzware zu machen und stattdessen vermehrt auf Eigenproduktionen zu setzen. Zum einen, weil geeigneter Nachschub aus Übersee rar geworden ist. Zum anderen, weil es in Zeiten von Streaming-Diensten wesentlich schwieriger geworden ist, US-Serien im deutschen Free-TV zu etablieren. ProSieben hat diese schmerzliche Erfahrung bereits mehrmals machen müssen: In den USA haben «Empire» und «This Is Us» riesige Erfolge gefeiert, hierzulande waren sie dagegen veritable Quotenflops.

US-Serien taten sich zuletzt immer schwerer


Die US-Importe, die RTL jüngst noch im Programm hatte, wollten aus Quotensicht nicht mehr so richtig zünden. Die letzte Staffel von «Bones – Die Knochenjägerin» (Foto links) musste sich mit im Schnitt allenfalls mittelprächtigen 12,4 Prozent Marktanteil begnügen. Von einstigen Glanzzeiten, in denen durchschnittlich bis zu 19,8 Prozent pro Staffel drin waren, war nichts mehr zu spüren. Von «CSI: Vegas» gibt es ohnehin schon lange keine neuen Folgen mehr, die ab Anfang November vergangenen Jahres gesendeten Wiederholungen rissen dementsprechend mit 10,3 Prozent Marktanteil keine Bäume aus.

Fans von «The Blacklist» warten seit dem Sommer 2016 auf eine Fortsetzung im Free-TV, nach Quoten zwischen 7,0 und 13,2 Prozent ist RTL die Lust darauf vergangen – und nun fristet James Spader ein Nischendasein im Pay-TV bei RTL Crime. Das im Herbst 2016 gestartete «Shades of Blue» ist nach einer Runde mit unterm Strich 8,8 Prozent ebenfalls nicht mehr in den Programmplänen des Kölner Senders aufgetaucht, der finale Durchgang von «Person of Interest» versagte im Frühjahr 2017 mit einer Quote von 10,1 Prozent. Alles in allem also sehr ernüchternde Zahlen.

Der Dienstagabend bei RTL: Einst in festen Händen von US-Serien


Mittelwerte «Dr. House»-Erstausstrahlungen

  1. 2006: 3,59 Mio. / 19,3 %
  2. 2006/2007: 5,19 Mio. / 26,0 %
  3. 2007/2008: 5,62 Mio. / 30,9 %
  4. 2008: 5,21 Mio. / 30,5 %
  5. 2009/2010: 4,74 Mio. / 26,7 %
  6. 2010/2011: 4,09 Mio. / 21,1 %
  7. 2011: 3,52 Mio. / 18,2 %
  8. 2012: 3,03 Mio. / (15,3 %
Reichweite ab 3 / MA 14-49 (dienstags, 21.15 Uhr bei RTL)
Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Serien-Stoffe aus den USA waren bei RTL vor einigen Jahren noch der Quotenrenner schlechthin. Prominentestes Beispiel dürfte die Arztserie «Dr. House» sein, die zwischenzeitlich die Nummer Eins unter den US-Serien war und beinahe regelmäßig die 30-Prozent-Marke knackte. Wenn ein Unternehmen hier Werbung schalten wollte, musste es 2008 satte 81.000 Euro für einen 30-Sekünder hinblättern – so viel wie für kein anderes Format seinerzeit.

Gegen Ende ging «Dr. House» dennoch die Luft aus, im finalen Jahr war nicht mal mehr eine 20 vor dem Komma nicht mehr möglich. Gut möglich, dass einige inhaltliche Veränderungen dazu beigetragen haben. Zudem gingen die Hauptdarstellerinnen Jennifer Morrison und Lisa Edelstein vorzeitig von Bord.

Mittelwerte «CSI: Miami»-Erstausstrahlungen

  • S2, 2005: 3,83 Mio. / 18,2 %
  • S3, 2005/2006: 5,84 Mio. / 26,5 %
  • S4, 2006/2007: 5,51 Mio. / 26,3 %
  • S5, 2007/2008: 5,29 Mio. / 26,7 %
  • S6, 2008/2009: 5,06 Mio. / 26,4 %
  • S7, 2009/2010: 5,01 Mio. / 24,7 %
  • S8, 2010/2011: 4,70 Mio. / 21,3 %
  • S9, 2011/2012: 4,21 Mio. / 18,5 %
  • S10, 2012: 3,99 Mio. / 17,6 %
Reichweite ab 3 / MA 14-49 (dienstags, 20.15 Uhr bei RTL)
Auch «CSI: Miami» gehörte zu den Überfliegern: Nachdem das Crime-Procedural von VOX zu RTL gewechselt war, gingen die Quoten kräftig nach oben – von zunächst 9,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen auf 18,2 Prozent in der zweiten Runde. Die Durchläufe drei bis acht hielten sich allesamt oberhalb von 20 Prozent: 26,5, 26,3, 26,7, 26,4, 24,7 sowie 21,3 Prozent standen summa summarum zu Buche.

Erst Staffel neun lag wieder unter dieser Grenze, mit einem Ergebnis von 18,5 Prozent konnte RTL jedoch selbstverständlich weiterhin sehr zufrieden sein. 2012 verabschiedete sich Lt. Horatio Cane mit im Mittel 17,6 Prozent Marktanteil, bis zum Schluss blieben die Kriminalfälle aus Miami also ein wichtiger Eckpfeiler der dienstäglichen Primetime.

Mittelwerte «Monk»-Erstausstrahlungen

  1. 2004: 2,86 Mio. / 15,6 %
  2. 2004/2005: 2,66 Mio. / 15,7 %
  3. 2005: 3,09 Mio. / 17,8 %
  4. 2005/2006: 3,48 Mio. / 20,7 %
  5. 2007: 3,54 Mio. / 24,6 %
  6. 2008: 3,42 Mio. / 25,1 %
  7. 2009/2010: 3,20 Mio. / 23,4 %
  8. 2010: 3,21 Mio. / 21,3 %
Reichweite ab 3 / MA 14-49 (i.d.R. dienstags, 22.15 Uhr bei RTL - Staffel 1 und 2 zwischenzeitlich donnerstags, 22.15 Uhr)
An «Monk» wird man sich bei RTL genauso gerne zurückerinnern: Im Schlepptau von «CSI: Miami» und «Dr. House» lief es dafür 2008 am besten: Starke 25,1 Prozent Marktanteil erreichte die sechste Staffel damals, bis auf die ersten drei Durchgänge übersprangen alle die Hürde von 20 Prozent. Bei den absoluten Zuschauerzahlen musste «Monk» sich allerdings stets hinter «CSI: Miami» (bis zu 6,64 Millionen) und «Dr. House» (bis zu 6,22 Millionen) anstellen, sicherlich auch wegen der späteren Sendezeit. Maximal 4,11 Millionen Zuschauer wurden für den schrulligen Ermittler ausgewiesen.

«Psych» war für RTL ein zweischneidiges Schwert – anfangs bewies sich die heitere Krimiserie angesichts von durchschnittlichen Marktanteilen in Höhe von 19,8 Prozent (Staffel eins) und 18,1 Prozent (Staffel zwei). 2010 ging es für Staffel drei auf noch halbwegs hinnehmbare 15,9 Prozent runter, die nächsten beiden Runden kamen dann allerdings schon nicht mehr über 14,2 und 10,5 Prozent hinaus. Der Dienstags-Slot musste Ende August 2012 geräumt werden, auf dem neuen Platz am Donnerstag um 22.15 Uhr ging «Psych» ab Mai 2013 gnadenlos unter, teilweise befand sich die Serie im tiefroten einstelligen Bereich. Noch im selben Jahr wurde sie daher aus dem Line-Up gekegelt.

Die deutschen Neustarts «Sankt Maik» und «Beck is back!» werden wohl freilich nicht an die Hochzeiten der US-Serien anknüpfen können, ein langer Atem kann definitiv nicht schaden. Die Messlatte lag zuletzt aber zumindest nicht mehr allzu hoch, insofern stehen die Chancen auf einen Erfolg gar nicht mal so schlecht. Spannend bleibt der Blick auf die Dienstags-Quoten allemal.
22.01.2018 07:00 Uhr Kurz-URL: qmde.de/98518
Daniel Sallhoff

super
schade

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Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
Rodon
20.07.2019 12:59 Uhr 4
Sat.1 macht damit vorrangig schlechte Quoten vor. ;)
Vittel
20.07.2019 16:20 Uhr 5
In der Serienflut ist halt auch ne Menge Schrott drin und die guten Serien kosten viel Geld denke ich.

Die Zielgruppe für US Serien schaut diese doch schon lange eher als VOD statt im linearen Werbe-Tv.



Daher ist es doch nur konsequent von RTL auf deutsche/eigene Inhalte zu setzen, die es bei den VOD Anbietern eher nicht gibt.
CaptainCharisma
20.07.2019 19:52 Uhr 6
^Ist auch meine Meinung und ich denke die dt. Sender, müssen da mittlerweile Umdenken. Das ganze Zeug, was so gehypt wird und in aller Munde ist..Chernobyl, When They See Us usw. da bekommt man ja keine Rechte. Und mit diesen FOX oder ABC Einheitsbrei, ist P7 ja auch eher mäßig unterwegs. Da würde ich auch nichts einkaufen und versuchen einen anderen Weg einzuschlagen.
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