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Fußball-Weltmeisterschaft in Russland

Ein Fest für Fernsehzuschauer und Sportwettfreunde

2018 stehen mit den Olympischen Spielen in Südkorea und der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland gleich zwei sportliche Großereignisse an, über die sich auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender freuen. Sie haben für beide Events die Übertragungsrechte. Vor allem der Fußball dürfte die Quoten wieder steigen lassen wie lange nicht mehr. Aber auch die Wettbranche hofft auf ein kräftiges Umsatzplus.

2018 wird ein Fest für Sportfans. Bereits in wenigen Wochen beginnen die Olympischen Spiele in Südkorea (9. - 25. Februar). Noch in letzter Sekunden konnten sich ARD und ZDF mit dem Rechteinhaber einigen und dürfen sich folglich wieder auf gute Quoten freuen. Aufgrund der Zeitverschiebung finden die meisten Wettbewerbe hierzulande allerdings nachts statt. Die ersten Wettbewerbe des Tages beginnen zum Teil schon um 1:00 Uhr. Die letzten um etwa 13:00 Uhr. Wer die Sportwettkämpfe live mitverfolgen will, der kann das also bereits zum Frühstück tun. Für alle, die zu diesen Zeiten schlafen oder arbeiten müssen, stehen die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender zur Verfügung. Eurosport wird zudem den ganzen Tag über Wiederholungen der Highlights zeigen.

Deutlich konsumentenfreundlicher sind da schon die Anstoßzeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 (14. Juni - 15. Juli). Die meisten Spiele finden nachmittags oder abends statt, einige wenige aufgrund der vielen Zeitzonen in Russland bereits um 12:00 Uhr. Für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ist die Weltmeisterschaft das Ereignis des Jahres. Die 64 Spiele der 32 Teilnehmerländer werden wieder Millionen Zuschauer vor den Bildschirm locken. Damit dürfte bereits jetzt die Quotenbilanz für 2018 gesichert sein. Wie üblich wechseln sich ARD und ZDF mit der Übertragung ab.

Marktanteile der Fußball-WM 2010 im Free-TV in ausgewählten europäischen Ländern
Land Alle WM-Spiele Spiele der eigenen Mannschaft
Schweiz (56 Spiele im Free-TV) 51,7 % 78,9 %
Deutschland (56 Spiele im Free-TV) 48,0 % 82,1 %
Spanien (24 Spiele im Free-TV) 42,6 % 72,1 %
Italien (25 Spiele im Free-TV) 40,9 % 68,6 %
England (56 Spiele im Free-TV) 35,0 % 68,2 %
Frankreich (56 Spiele im Free-TV) 31,6 % 62,0 %

Quelle: Statista/Sport+Markt

Nicht nur die TV-Sender profitieren von der WM
So umstritten die WM in Russland politisch auch sein mag, für die Wirtschaft ist sie ein Fest. Die deutsche Industrie zum Beispiel profitiert nicht unwesentlich von den Stadionneubauten. Profiteur wird sicher auch die Glücksspielindustrie sein. Während Fußball-Weltmeisterschaften wird deutlich mehr gewettet als im Rest des Sportjahres. Selbst Menschen, die sich normalerweise weniger für Sport interessieren, machen aufgrund des Event-Charakters mit.

Davon profitieren sowohl unkommerzielle Wettportale wie Kicktipp, als auch die diversen kommerziellen Wettanbieter. Auf den einschlägigen Seiten können bereits jetzt Wetten auf die WM-Partien abgeschlossen werden. Jeder Anbieter wirbt mit Top-Quoten. Im Vorfeld der WM sind insbesondere die Wetten sehr beliebt, bei denen man nicht auf den Ausgang eines Spiels wettet, sondern zum Beispiel auf den Torschützen, die Finalteilnehmer oder den WM-Gewinner.

Umsätze ausgewählter Online-Glücksspielunternehmen weltweit im Jahr 2016

Unternehmen Umsatz
Paddy Power 938,6 Mio. Euro
GVC (bwin.party) 894,6 Mio. Euro
Ladbokes 733,05 Mio. Euro
Playtech 708,6 Mio. Euro
William Hill (online) 599,47 Mio. Euro
Kindred Group (Unibet) 598,7 Mio. Euro
888 (B2C) 389,83 Mio. Euro
Betsson 321,3 Mio. Euro

Quelle: Statista/Unternehmensangaben

Sportwettanbieter buhlen um Einsätze der Kunden
Für die professionellen Wettanbieter sind Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft vor allem auch eine willkommene Gelegenheit, um neue, bisher nicht wettaffine Kunden zu gewinnen. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern, bieten alle namenhaften Portale einen attraktiven Sportwetten-Bonus. Dieser richtet sich ausschließlich an Neukunden. In der Regel funktioniert er so, dass der Einzahlungsbetrag bis zu einem bestimmten Maximalbetrag verdoppelt wird. Um sich mögliche Gewinne auszahlen lassen zu können, müssen aber häufig weitere Bedingungen erfüllt werden.

Die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft ist die 21. Als Generalprobe wurde im vergangenen Jahr in Russland bereits der Confederations Cup ausgetragen, den Deutschlands gewann. Auch für die WM gehört die Nationalmannschaft zu den Favoriten. Sie belegt in der Weltrangliste derzeit den ersten Platz, gefolgt von Brasilien und Portugal. Das lässt sich auch an den Wettquoten ablesen.

Deutsche Nationalmannschaft ist einer der Favoriten
Obwohl nach den letzten großen Turnieren einige Publikumslieblinge ihr Karriereende in der Nationalmannschaft verkündet haben, stehen die Chancen der Titelverteidigung auch aus Expertensicht gut. Beim Finale 2014 sahen kurz vor dem Schlusspfiff 34,65 Millionen Zuschauer allein in Deutschland zu. Damit wurde ein neuer Fernseherrekord aufgestellt. Der Marktanteil betrug satte 86,3 Prozent. Schon das Halbfinale Deutschland gegen Brasilien stellt mit 32,57 Millionen Zuschauern einen Rekord auf. Diese Zahlen sind umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Public Viewings, Kneipen, Gruppentreffen und dergleichen mehr gar nicht berücksichtigt sind.

Nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi ist es für Russland das zweite internationale Großereignis innerhalb kürzester Zeit. Entsprechend routiniert geben sich die Gastgeber. Die meisten Stadien sind bereits spielfertig. Die Spielorte sind:

• Jekaterinburg
• Kaliningrad
• Kasan
• Moskau (mit zwei Stadien)
• Nischni Nowgorod
• Rostow am Don
• Samara
• Sankt Petersburg
• Saransk
• Sotschi
• Wolgograd

Angesichts der Krimkrise gab es weltweite politische Proteste gegen die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft durch die FIFA an Russland. Auch deutsche Politiker forderten ein Überdenken der Entscheidung, doch der Weltverband machte schnell klar am Austragungsland festhalten zu wollen. Das großangelegte Staatsdoping Russlands führte zeitweilig sogar zu Boykottaufrufen. Fast alle Sportfunktionäre sagten jedoch, dass dies für sie keine Option sei. Man wolle den Sport in den Mittelpunkt stellen und diesen nicht politisieren. ARD und ZDF, die für die Übertragungsrechte schätzungsweise 200 Millionen Euro ausgegeben haben, versprachen eine auch kritische Berichterstattung im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft.
11.01.2018 07:39 Uhr Kurz-URL: qmde.de/98297

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