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Farid: „Ich vermeide das Wort Tricks“

Der Magier bekommt eine eigene Show bei Sky1, in der er Zuschauer und Promis gleichermaßen verblüffen möchte. Wir haben mit ihm über Trends in der Magie und seine Anfänge bei Uri Geller gesprochen.

Zur Person: Farid

Seine ersten Auftritte hatte er mit 15, «The Next Uri Geller» (Staffel 1) brachte in dann ins Rampenlicht. Es folgte eine eigene ProSieben-Show («Street Magic mit Farid»), Auftritte bei Stefan Raab, «MTV Mystified» oder dem «ZDF Fernsehgarten». Ab 2018 ist eine große Deutschland-Tour geplant.
Farid, Sie sind, wie ich gelesen habe, durch Ihren Opa ein bisschen auf das Thema Magie aufmerksam geworden. Wie muss ich mir das vorstellen?
Ich war sechs Jahre alt als mein Opa mir ein paar Zaubertricks präsentiert hat. Das hat mich sehr fasziniert. Als ich zehn war, habe ich etliche Videokassetten von anderen Zaubern und diversen Shows aufgenommen. Es war ganz klar mein Ziel, den Großen der Zunft nachzueifern. Mit 14 habe ich dann festgestellt, dass das, was mein Opa mir damals gezeigt hat, eher zwei einfache Taschenspieler-Tricks waren. Das hat mir aber gezeigt, wie auch jüngere Menschen eben von einfachen Dingen unfassbar beeindruckt sein können. Als Sechsjähriger hinterfragt man viel weniger – eigentlich etwas Schönes!

Man kann derzeit durchaus einen Trend erkennen – Magie ist im Fernsehen wieder präsenter, nicht zuletzt auch dank der Ehrlich Brothers. Wie genau beobachten Sie Ihre Kollegen und Mitbewerber, vielleicht auch im Fernsehen?
Ich freue mich sehr darüber. In jedem Fall sind wir keine Konkurrenten. Ich selbst zaubere seit 2008 immer wieder im Fernsehen zu sehen. Es ist – denke ich – unser aller Ziel, die Magie im Fernsehen ganz fest zu etablieren, so wie Comedyshows und Musikformate etabliert sind.

Jetzt ist Zauberei ja ein unglaublich telegenes Phänomen. War es da nicht fast schon verwunderlich, dass es zuletzt so wenige solcher Shows im Fernsehen gab?
Magie hat natürlich einen unglaublich visuellen Charakter. Aber wir leben auch in einem sehr skeptischen Land. Die Leute wollen oft das, was sie sehen, nicht wirklich glauben. Wenn jemand im Fernsehen zaubert, dann denkt man immer sofort an große Hollywood-Filme und welche Möglichkeiten es doch gibt, da auch zu schummeln. Aber wenn ich das bei Stefan Raab im Fernseh-Studio mache, dann sitzt da Publikum und Stefan Raab. Und auch für die mache ich das letztlich. In England und auch in Amerika ist die Magie in der Gesellschaft schon mehr angekommen. Da gibt es zehn bis zwölf Magier, die regelmäßig im Fernsehen auftreten und die Menschen überlegen sich, ob sie abends ins Kino gehen oder doch lieber eine kleine Zaubershow besuchen.

Ich vermeide deshalb übrigens auch das Wort „Tricks“. Das Wort hat etwas Negatives, ich will ja niemanden austricksen. Es ist Kunst, was ich mache. Und Kunst soll verzaubern und zum Staunen einladen. Die Menschen sollen für die Zeit meiner Show einfach wieder zum Kind werden.

«The Next Uri Geller» war für mich ein toller Wettbewerb, in dem in der ersten Staffel tolle Magier aufgetreten sind. Die erste Staffel hatte tolle Quoten. Das, was danach passiert ist, also die Kontaktaufnahme mit Aliens und so, das hatte dann letztlich in der Tat einen anderen Charakter.
Farid
Vielleicht hat man aber auch immer ein bisschen den Uri Geller im Hinterkopf, der ja mit seinen Aliens einst mal eher für Spott gesorgt hat. Sie dürften Uri Geller hingegen noch gut in Erinnerung haben?
Ich erinnere mich gerne zurück. «The Next Uri Geller» war für mich ein toller Wettbewerb, in dem in der ersten Staffel tolle Magier aufgetreten sind. Die erste Staffel hatte tolle Quoten. Das, was danach passiert ist, also die Kontaktaufnahme mit Aliens und so, das hatte dann letztlich in der Tat einen anderen Charakter.

Für Sky machen Sie jetzt eine Zaubershow auch mit vielen Prominenten. Kurz gesagt: Worum geht es?
Das Format hat eine andere Farbe als das, was ich bisher gemacht habe. Ich habe in meiner Karriere ja schon viele Promis getroffen und für sie gezaubert. Es geht in meiner Sendung jetzt eher um die Begegnung mit den Promis, um die persönliche Ebene. Natürlich geht es auch um Magie, aber es ist ein bisschen so wie bei «Sing meinen Song», wo sich Künstler oder bei uns jetzt auch Sportler begegnen und auf Augenhöhe ihr gegenseitiges Können schätzen.

Und Sie haben immer betont, dass es für Sie gar nicht um das Hinterfragen von solchen Tricks geht, sondern in erster Linie um’s Staunen?
Es gibt zwei Arten von Zuschauern. Die, die nach meiner Show unbedingt wissen wollen, wie das alles funktioniert und die auch gar nicht schlafen können. Und dann gibt es die, die ohne nachzudenken einfach entspannen und das, was Sie sehen, genießen. Ich bevorzuge immer das Zweite. Aber letztlich geht es mir darum, die Leute zu unterhalten und zu beeindrucken. Das gelingt mir in beiden Fällen.

Sind Sie eigentlich noch nervös? Kann bei Ihren Tricks was schief gehen?
Das Nervös-sein habe ich mir abgewöhnt. Es wäre nicht gut, seit über zehn Jahren auf der Bühne immer nervös zu sein. Ich bin auch privat eher der entspannte Typ. Ich sehe es so: Ich verkaufe mich vor meinen Publikum nicht als Magier mit übersinnlichen Fähigkeiten, der fliegen kann. Sollte wirklich mal etwas nicht klappen, dann glaube ich, dass mein Publikum so reagieren würde, dass es für mich in Ordnung ist. Dann würden sich die Leute denken: Ach schau mal, das ist doch alles gar nicht so einfach. Bisher ist aber noch nie etwas schief gegangen. Ich bereite mich immer sehr gut vor. Ich habe immer auch einen Plan B und Plan C in der Tasche. Wenn ich jetzt einen Ring von der Hand zaubere, dann weiß der Zuschauer ja nie, wo er letztlich wirklich rauskommen soll. Aus einer Flasche, aus einer Tasche…

Hat sich die Erwartungshaltung des Publikums geändert? Gibt es, vergleichbar mit der Musik, auch in der Magie sich ändernde Trends?
Ich versuche, meine Shows immer so modern wie möglich zu halten. Ich benutze in der Regel auch nur Alltagsgegenstände. Da gibt es keine Assistentinnen im Glitzerkostüm, kein Feuerwerk. Natürlich ändern sich unsere Möglichkeiten, allein wenn ich an die Erfindung von Smartphones denke. Wenn ich mich im Alltag bewege, etwa im Restaurant sitze, dann habe ich immer alle Augen offen. Was kann man mit der Tischdecke machen? Wie kann ich bestimmte Gegenstände innovativ einsetzen?

Danke für das Gespräch.
07.01.2018 14:54 Uhr Kurz-URL: qmde.de/98129
Manuel Weis

super
schade


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Sing meinen Song The Next Uri Geller


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