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YouTube verschwindet von zwei Amazon-Geräten

Zwischen Google und Amazon kracht es – und daher wird YouTube unter anderem beim Amazon-Fire-TV-Stick gesperrt.

Haushalte, in denen ein Amazon-Fire-TV-Stick genutzt wird, werden nach dem Jahreswechsel stutzen, wenn sie auf ihrer Mattscheibe die YouTube-App aufrufen wollen. Wir möchten schon jetzt vorwarnen: Die Suche nach der App wird ergebnislos bleiben. Denn wie 'Venturebeat' berichtet, ist ein Zwist zwischen Amazon und dem Google-Konzern, zu dem YouTube gehört, eskaliert. Im Zuge dessen hat Google beschlossen, seine enormen Traffic aufweisende Videoplattform ab Neujahr 2018 für den Amazon-Fire-TV-Stick zu sperren. Auch Nutzerinnen und Nutzer des Amazon-Endgerätes Amazon Echo Show werden dann ausgesperrt.

Hintergrund dessen ist ein ständiges Machttauziehen zwischen Googles Konzernmutter Alphabet und Amazon. Der Versandhandel entschied sich kürzlich, die Smart-Home-Geräte der Alphabet-Marke Nest aus dem Programm zu nehmen, zuvor beklagte sich Alphabet, dass Amazon auffallend selten Google-Produkte anbieten würde. Darüber hinaus verweigerte sich Amazon, seinen Prime-Video-Dienst für Googles Chromecast zugänglich zu machen.

Dadurch, Amazon Echo Show von YouTube auszusperren und die YouTube-App beim Amazon-Fire-TV-Stick zu blocken, will Google in diesem Konzernzank nachtreten. Der Plan: Die Nutzung der Amazon-Produkte für eifrige YouTube-Nutzerinnen und -Nutzer unattraktiv machen. Amazon wies in einem Pressestatement seine Kundschaft daraufhin, sie könnten YouTube ja weiter über die Browserfunktion ihres SmartTVs aufrufen und bezeichnet Googles Entschluss als "enttäuschenden Präzedenzfall"

Solches Machtgebaren zwischen vergleichsweise neuen Medien- und Technologiegiganten wie Amazon und Google ist einer der Gründe für den viel diskutierten 60-Milliarden-Dollar-Deal zwischen 21st Century Fox und der Walt Disney Company: Die Fox-Geschäftsführung glaubt, selbst Großkonzerne wie 21st Century Fox seien nicht mehr in der Lage, sich auf Dauer gegen diese Konkurrenz zu wehren – man müsse als Unternehmen daher entweder kleiner und fokussierter werden oder enorm expandieren. Während Fox den Schritt zurückgeht und zum Sport- und News-Konzern werden möchte, hofft Disney, sich durch den Aufkauf der Geschäftsbereiche, die 21st Century Fox aufgibt, mittels Expansion für ein Überleben in der neuen Medienwelt zu wappnen.
06.12.2017 14:26 Uhr Kurz-URL: qmde.de/97597
Sidney Schering

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Vittel
06.12.2017 16:28 Uhr 1
Oha, aber das wird nicht der letzte Machtkampf bei der Neuverteilung der Neuverteilung des gesamten "Medienkuchens" bleiben.

Als Fußvolk hält man sich am besten schadlos, in dem man nicht mehr auf teure "Dauerlösungen" setzt, sondern auf günstige tempräre Zuspieler. Am besten wäre es, wenn man die gesamte Emfangstechnik aus den TV Geräten verbannt und in Boxen steckt.
HDMI als Schnittstelle scheint ja relativ sicher, dann werden nur die kleinen Boxen zu Elektromüll und nicht gleich ganze Fernseher.
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