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Sky wächst in Deutschland weiter am Kräftigsten

Gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum nahm das Abo-Wachstum deutlich zu. Welchen Effekt haben also die neuen Bundesliga-Rechte auf die Situation bei Sky?

Unterföhring, Ende Juli 2017: Sky in Deutschland erreicht einen neuen Meilenstein. Pünktlich zum Start der zweiten Fußball-Bundesliga und wenige Tage nach dem aus Sky-Sicht richtungsweisenden neuen Fußball-Deal mit der UEFA zur exklusiven Übertragung der Champions League durchbrach das Pay-TV-Unternehmen die Marke von fünf Millionen Kunden. Zugleich aber entbrannte in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung. Seit Sommer zeigt Sky nicht mehr alle Spiele der Bundesliga live, gleiches droht auch bei der Champions League, wo einige Spiele an den Partner DAZN vertrieben werden. Und auch über die Tatsache, dass Sky ab nächstem Sommer keine Rechte mehr an der Europa League hält und haben wollte, waren manche in den Untiefen des Netzes nicht glücklich. Eines liest man daher dieser Tage immer wieder bei Facebook und in einschlägigen Foren. Das Wort „kündigen“.

Daher wurden diese Quartalszahlen, bekannt gegeben wie seit einigen Jahren von der Sky-Mutter in England, mit extra-Spannung erwartet. War das, was die vergangenen Wochen im Netz zu lesen, nicht mehr als ein Mini-Sturm im Wasserglas oder aber hat die sich geänderte Rechte-Situation wirklich Auswirkungen auf die Kundenzahl von Sky? Ersteres ist eingetreten. Auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres, also im Zeitraum Juli bis September, der wegen des Bundesliga-Starts immer wichtig ist, hat Sky in Deutschland mehr Abos neu verkauft als verloren. Sky plc verkündete gegenüber dem finalen Geschäftsbericht 16/17, der Ende Juli erschien und damals 4,991 Millionen Kunden auswies, ein Plus rund etwa 90.000 Abos. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das aber ein sattes Plus: Zwischen Juli und September 2016 legte man um knapp 50.000 Kunden zu.

Somit zählt Sky nun knapp 5,1 Millionen Kunden – zeigt somit ein stabiles Wachstum. Ein Blick in die anderen Länder, in denen die Firma aktiv ist, zeigt, dass man in London mit diesem Wert wohl durchaus zufrieden ist. In Italien stagniert die Abo-Zahl, im Vereinten Königreich und Irland gewann man 70.000 neue Kunden hinzu. Deutschland ist hier also wieder Wachstumstreiber. In der Summe 160.000 Neu-Kunden seien eine 51-prozentige Verbesserung gegenüber dem Vorjahr; als einen der Hauptgründe für das Wachstum führte man «Game of Thrones» an.

Bezogen auf Deutschland freut man sich auf steigende Zuschauerzahlen – genannt als Ursache wird das neue Sky1 und die Rekord-Zahlen von eben «Game of Thrones». Der Auftakt zur neuen «Master Chef»-Staffel soll die Zuschauerzahlen um 129 Prozent verbessert haben. Genaue Werte gab man aber nicht preis. Das EBITDA, also der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, lag bei Sky in Deutschland bei 23 Millionen Pfund, umgerechnet also bei rund 25,6 Millionen Euro. Damit hinkt man Italien und England weiter hinterher. Spitzenreiter ist die Sky-Heimat mit über 450 Millionen Pfund als EBITDA. Aber: Während die Werte in Italien und England nur um acht und elf Prozent wuchsen, legte Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent zu.

Was kommt als Nächstes? Die neue Generation von Sky-Boxen, SkyQ, soll in Italien noch vor Weihnachten erhältlich sein. In Deutschland wird das Gerät erst im kommenden Jahr eingeführt. Sky nennt hier einem Termin im zweiten Geschäftshalbjahr, das bis Ende Juni 2018 geht. Nochmal bestätigt wurde auch der Fokus auf Sky Originals, wo man die Investitionen um ein Viertel aufstockt. In Kürze werden neue Staffeln von «Gomorrah» (Sky Italia), «Tin Star» (England) und natürlich das hierzulande schon heiß besprochene «Babylon Berlin» an den Start gehen.

Später in 2018 wird Sky sich Wachstum dadurch erhoffen, dass es die Champions League nicht mehr im Free-TV gibt. Zudem, so ist zu hören, hat Sky die Finger auch an einer großteils Pay-TV-exklusiven Formel1-Übertragung. Dies ist seitens des Senders aber noch nicht bestätigt.
12.10.2017 08:30 Uhr Kurz-URL: qmde.de/96402
Manuel Weis

super
schade

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Tags

Babylon Berlin Game of Thrones Gomorrah Master Chef MasterChef Tin Star


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