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NITRO-Senderchef Oliver Schablitzki: „Sich irgendwann von RTL zu verabschieden, ist seit Tag eins der Plan“

Ab Ende Juli wird aus RTL Nitro nur noch NITRO. Mit uns spricht der Senderchef über die neuen Fußballrechte, warum die Super RTL-Kollegen einen neuen Weg zur Kantine finden müssen und welche Quoten-Ziele er sich setzt.

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Glückwunsch an dieser Stelle nochmal zum Weltrekord und den guten Quoten beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Was ist dort im kommenden Jahr geplant?
Das «24-Stunden-Rennen» haben wir jetzt das zweite Jahr begleitet. Es lief in diesem Jahr 26 Stunden und 20 Minuten live - ein sportlicher Free-TV-Rekord! Das war – auch aus Zuschauersicht – ein großer Erfolg. Wir hatten sogar noch mehr Zuschauer als im Vorjahr, in der Spitze bei Männern bis knapp zehn Prozent Marktanteil. Daher werden wir das Rennen auch im nächsten Jahr übertragen. Aber der Rekord ist kein Selbstzweck. Wir müssen da also nicht jedes Mal noch einen drauflegen. Wir überlegen im nächsten Jahr einen eigenen Piloten an den Start zu bringen. Wir würden die Ausbildung dokumentieren und das als eigene Serie zeigen. Damit können wir nicht nur an diesem einen Rennwochenende, sondern bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit generieren.

Wie wichtig sind solche Eigenproduktionen?
Ganz klar: Das ist ein Bereich, den wir uns im Moment ganz besonders anschauen. Factual-Entertainment funktioniert nicht ohne deutsche Spielarten. So hoch die Qualität der ausländischen Formate auch sein mag, in einigen Gebieten muss man eben auch eigene Figuren entwickeln. Ein erster Versuch ist «Best Buddies», wo wir im Survival-Bereich im perfekten Umfeld von «Bear Grylls» zwei Sendergesichter in die Wildnis schicken. Wir planen im Herbst für weitere Produktionen eine Pilotphase, um im kommenden Jahr ein bis zwei eigene Reihen präsentieren zu können.

Bei «Best Buddies» ist Jan Köppen dabei, der auch weiterhin zu Ihren Sendergesichtern zählen wird?
Ja, Jan hat uns lange begleitet! Wir mögen uns sehr gerne. Mich freut aber auch, dass er mittlerweile zwei schöne und erfolgreiche Formate bei RTL hat. Bei «Hammerzeit» ist uns aufgefallen, dass er sich mit André Schubert super ergänzt. So entstand die Idee mit dem Wildnis-Abenteuer. Sofern die beiden überleben, schauen wir mal, (lacht) ob wir nicht mehr mit denen machen!

Was sind die Fiction-Highlights in der neuen TV-Saison?
Neben «Mr. Robot» an Halloween startet Ende Juli «From Dusk Till Dawn» als Free-TV-Premiere. Wir starten zunächst mit der Ausstrahlung des Spielfilms, um das Thema einzuläuten. Eine Woche später folgt dann die Serie. Dazu «Law & Order Paris», das bei der ZDF-Erstausstrahlung etwas untergegangen ist. Das können wir jetzt nochmal offensiv präsentieren.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren aktuellen Marktanteilen?
Wenn ich vergleiche, von wo wir im letzten Jahr gekommen sind – da standen wir bei 1,7 Prozent – bin ich sehr zufrieden. Wir stehen im Moment bei 2,1 Prozent bei den Erwachsenen und 2,4 Prozent in der Männer-Zielgruppe. Wir halten unser aktuelles Marktanteilsniveau jetzt seit Januar, das finde ich schon eine gute Leistung, weil wir uns über ein halbes Jahr stabilisiert haben.

In der Tat stehen Sie damit auch vor „Männersender“-Mitbewerbern wie DMAX oder ProSiebenMAXX – Inwieweit ist der TV-Markt angesichts der Fragmentierung irgendwann gesättigt?
Wir machen alle mit der Vision Fernsehen, dass der Sender noch weiter wächst. Mit einer Prognose tue ich mich schwer. Das wäre schnell unseriös in einem Markt, der vielen Veränderungen ausgesetzt ist. Wir haben einen technologischen Druck. Das Sehverhalten des Publikums verändert sich. Gleichzeitig ist der Sport-Rechte-Markt sehr dynamisch, da geht aktuell auch viel in das Pay-TV rüber. Dann wird es schnell teuer. Das betrifft auch den Fiction-Markt. An Sendern wie ZDFneo oder auch an uns sieht man aber auch, dass es durchaus gelingt, die Zwei-Prozent-Marke zu durchbrechen. Das macht Hoffnung – aber deswegen nenne ich mich ab heute nicht erster kabel-Eins-Verfolger! (lacht) Da versuche ich auf dem Boden zu bleiben und dem Sender nachhaltig zum Wachstum zu verhelfen.

Vielen Dank für das Gespräch, Oliver Schablitzki.
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17.07.2017 12:00 Uhr Kurz-URL: qmde.de/94421
Benjamin Horbelt

super
schade

90 %
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