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Polizei-Dokus in der Krise

Kein Sender durfte am Donnerstag wirklich zufrieden mit seinen Blaulicht-Formaten sein. Der überschwemmte Markt hat allenfalls noch ein, zwei Hits.

Die deutschen Sender haben einen TV-Trend wahrlich tot gesendet: Kaum anzunehmen, dass im Herbst Blaulicht-Formate in ähnlicher Schlagzahl den Nachmittag dominieren werden wie aktuell. Die bekanntesten Vertreter dieses Genres, «Auf Streife» und «Der Blaulicht Report», holen inzwischen immer häufiger enttäuschende Quoten, recht egal übrigens ob die ausstrahlenden Sender neue Abenteuer zeigen oder mal wieder spontan einen Re-Run einstreuen. Am Donnerstag kam die RTL-Sendung zwischen 14 und 16 Uhr auf schwache 10,2 und noch schlechtere 9,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe.

Auch die «Verdachtsfälle» ab 16 Uhr wollten mit 11,6 Prozent nur bedingt Fahrt aufnehmen. Sat.1 hatte bis 16 Uhr Probleme: «Auf Streife» und dessen Ableger aus Berlin landeten angesichts von 8,7 und 8,1 Prozent leicht unter dem Senderschnitt. Eine zuvor gezeigte Wiederholung von «Auf Streife: Die Spezialisten» hatte kurz nach Mittag sogar nur 6,7 Prozent Marktanteil eingebracht.

Schwach laufen die Formate auch bei RTL II. Der Münchner Sender setzt ab 16 Uhr auf Polizisten. «Die Straßencops West» scheiterten mit 3,3 Prozent und auch «Die Wache Hamburg» war angesichts von 4,7 Prozent nicht wirklich ein Erfolg. Immerhin konnte die Sendung die Werte ihres Lead-Ins noch deutlich ausbauen.

Ein paar Lichtblicke gibt es derweil aber doch: Sat.1 zeigt, wie man die Produktionsweise auch anderweitig einsetzen kann. «Klinik am Südring» begleitet nun nicht mehr Polizeibeamte, sondern ein Klinik-Team. Am Donnerstag ab 16 Uhr punktete das filmpool-Format mit 11,5 Prozent bei den klassisch Umworbenen. Und auch «Auf Streife: Die Spezialisten», das eigentlich um 18 Uhr daheim ist (und mittags nur ein weiteres Mal läuft), holte am Vorabend sehr ansehnliche Werte. Mit 10,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe hielt man die Fahne hoch.
© AGF in Zusammenarbeit mit der GfK/TV Scope/media control. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
28.04.2017 09:22 Uhr Kurz-URL: qmde.de/92765
Manuel Weis

super
schade

74 %
26 %

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
Cheops
28.04.2017 09:40 Uhr 1
Die mit Action überfrachteten Pseudodokus auf RTL braucht doch kein Mensch und wollen zum Glück auch immer weniger sehen, denn die sind noch weniger echt als jedes Märchen der Brüder Grimm. In denen gibt es noch echte Träger einer erfundenen Handlung, selbst wenn es Wölfe oder angesengte Hexen sind!
medical_fan
28.04.2017 16:38 Uhr 2
Nach dem "Erwachsenwerden vom (Privat)fernsehen" wie es ja kürzlich im Fernsehfriedhof hieß, gab es ca. 21 Jahre(!) Talkshows 13 Jahre Gerichtsshows 12(?) Jahre Scripted Realitys und wahrscheinlich 5 Jahre Polizeipseudodokus.
Also kann man festhalten das die Polizeidokus bis jetzt am unbeliebtesten sind. Wenn sie 2017 überstehen überstehen sie aber nicht 2018. Und ich habe gedacht bis mind.2020 kriegen wir noch Polizeidokus zu sehen...
Naja mal sehen was der nächste Trend ist und wie lange der sich hält. Vielleicht sollte man mal Talkshows zurückholen hat ja immerhin am besten(und längsten) geklappt.
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