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Der Zielgruppen-Showdown am Donnerstag

Mit drei unkonventionellen Formaten will RTL in nächster Zeit den Donnerstag beherrschen. ProSiebenSat.1 hat jedoch etwas dagegen und will einen RTL-Siegeszug verhindern.

Die Programmierungen der großen Privatsender am Donnerstag

RTL:
20.15 Uhr: «Rising Star»
22.25 Uhr: «Adam sucht Eva - Gestrandet im Paradies»
23.20 Uhr: «Was wäre wenn?»

ProSieben::
20.15 Uhr: «Men in Black III»
22.15 Uhr: «Men in Black II»

Sat.1:
20.15 Uhr: «Criminal Minds» (2 Episoden)
22.15 Uhr: «Promi Big Brother»
Nach einer weitestgehend gemächlichen Sommerpause nimmt das deutsche Fernsehen mit neuen Formaten wieder Fahrt auf, was auch Rivalitäten wieder auf den Plan ruft. RTLs Donnerstags-Programmierungen ab dem 28. August hat das deutsche Fernsehen so noch nie zuvor gesehen. Mit zwei unkonventionellen Formaten plant der Kölner Sender in der Donnerstags-Primetime die Marktführung bei den 14- bis 49-Jährigen noch auszubauen. Gleich zur besten Sendezeit schickt RTL «Rising Star» ins Rennen um tolle Quoten. Der Show-Neustart ist eine weitere Casting-Show im RTL-Programm. Und wenn RTL in der jüngsten Vergangenheit etwas bewies, dann das Casting-Shows beim Privatsender auch einschlagen. So schrieben bereits «Deutschland sucht den Superstar» und «Das Supertalent» in etlichen Staffeln Erfolgsgeschichten, die ihresgleichen suchen. Doch die einstigen Zugpferde beginnen zu lahmen. Besonders «DSDS» gibt Staffel um Staffel Zuschauer ab. So sicherte sich RTL mit «Rising Star» eine neue Casting-Show, die sich in etlichen Punkten signifikant von herkömmlichen Talentshows unterscheidet.

Die 47 vorausgewählten Gesangsacts, die bei «Rising Star» ihre Chance auf den Durchbruch wittern, müssen sich in zehn Folgen jeweils donnerstags und samstags vor dem Publikum beweisen. Statt unmittelbar vor den Juroren Anastacia, Joy Denalane, Gentleman und Sasha sowie dem Studio- und Fernsehpublikum, performen die Gesangstalente hinter einer riesigen LED-Wand, die sie von ihren Zuschauern vorerst trennt. Während der Gesangsdarbietung stimmen die Zuschauer live über eine mobile App ab. Die Profilfotos der Zuseher, welche positiv für den Teilnehmer abgestimmt haben, erscheinen auf der LED-Wand. Falls der Kandidat 75 Prozent positive Stimmen gesammelt hat, fährt die LED-Wand hoch und der Gesangsact rückt eine Runde vor. Mit jeweils fünf Prozent haben die Juroren mehr Macht als die Zuschauer und können ebenfalls über das Weiterkommen der Sänger oder Bands entscheiden. Nach fünf Liveshows beginnt die nächste Runde, in der die Talente gegeneinander antreten.

International sorgte das ursprünglich israelische Format vor allem durch seine innovative Interaktivität für viel Aufsehen, in ihrem Heimatland luden 1,5 Millionen Menschen die App zur Show herunter (Gesamtbevölkerung: Acht Millionen). Die größten Fernsehnationen rissen sich auf dem internationalen Markt um das Format, was jedoch nicht heißt, dass die Show vor einem Misserfolg gefeit ist. Neben ITV in England erstand auch das US-Network ABC die neuartige Casting-Show. Am 24. August endete die erste Runde, welche weit hinter den Erwartungen des US-Senders zurücklag. Sicherlich wird auch RTLs größter Konkurrent ProSiebenSat.1 etwas gegen einen Erfolg des Formats haben. Insbesondere neu gestartete, interaktive Showideen wie die «Millionärswahl» oder «Keep Your Light Shining» stellten sich bei ProSieben als große Misserfolge heraus, weswegen ein Erfolg eines ähnlichen RTL-Formats noch ärgerlicher für die Münchner Sendergruppe wäre.

Derzeit setzt ProSieben am Donnerstagabend auf Spielfilme. Gegen die von Norddeich TV produzierte Primetime-Show bei RTL schickt ProSieben mit «Men in Black III» einen Blockbuster als Free-TV-Premiere ins Rennen, der der Kölner Konkurrenz natürlich so viel Wasser wie möglich abgraben und ausschweifende Zahlen bei RTL verhindern soll. Doch damit nicht genug, schließlich folgt bei RTL am gleichen Tag um 22.25 Uhr eine nicht minder außergewöhnliche Dating-Show, die zu dieser Uhrzeit unter anderem gegen «Men in Black II» antreten darf. ProSieben schickt den Sci-Fi-Kracher am Donnerstagabend nämlich gleich hinterher. Nachdem «Der Bachelor» die vergangenen Jahre bei RTL beständig hohe Quoten generierte, soll «Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies» es dem Rosenverteiler künftig gleichtun. Die Prämisse ist jedoch eine gänzlich andere: Im Kuppelformat treffen pro Folge zwei Singles auf einer paradiesischen Tropeninsel aufeinander – ohne Handy, Laptop, Geld und auch ohne Kleidung. Vom Nackt-Dating, das seinen Ursprung in den Niederlanden hat, verspricht sich RTL ein vorurteilsfreies Kennenlernen. Es wird wohl weniger der von gesellschaftlichen Konventionen losgelöste Umgang als vielmehr die Neugier einiger Zuschauer sein, die die Fernsehenden zum Einschalten bewegt. Nach einigen gemeinsam verbrachten Tagen müssen die beiden Liebessuchenden schließlich angezogen entscheiden, ob sie füreinander die Richtigen sind.

Neben dem Format an sich war im Zuge der neuen Kuppelshow auch eine Personalie Thema: Moderatorin Nela Lee (Foto) wechselte von ProSiebenSat.1 zu RTL, um «Adam sucht Eva» zu präsentieren. Ihr Abschied von der Münchner Sendergruppe soll laut "BILD"-Zeitung nicht besonders harmonisch verlaufen sein. Erschwert wird die deutsche TV-Premiere von «Adam sucht Eva» durch zusätzliche Konkurrenz seitens ProSiebenSat.1. Neben «Men in Black II» beweist sich in dieser Staffel nämlich auch «Promi Big Brother» bei Sat.1 als verlässlicher Quotengarant, das in großen Schritten auf sein Finale zugeht. Die Reality-Show startet um 22.15 Uhr und geht als Live-Show gerne bis kurz vor Mitternacht, womit sich das RTL-Dating wohl über die gesamte Laufzeit gegen die Promis im Container beweisen muss. Die Ereignisse aus dem Container werden sich wohl ebenfalls mit RTLs neuer und ambitionierter Comedy schneiden, die auf das neue Dating-Format folgt. Mit Jan Böhmermann, Jan Köppen, Katrin Bauerfeind und Palina Rojinski versammelt der Kölner Sender in «Was wäre wenn?» einige der absoluten Überflieger in der aktuellen deutschen Fernsehlandschaft, weshalb sich RTL wohl auch von diesem Neustart gute Quoten verspricht.

Trotz Formaten, die schon im Vorfeld für reichlich Gesprächsstoff sorgen, gibt sich ProSiebenSat.1 also noch lange nicht geschlagen und nimmt den Kampf gegen «Rising Star» und «Adam sucht Eva» zumindest zu deren Premieren auf. Keines der involvierten Formate wird wohl den Quotenkrieg am Donnerstag unbeschadet überstehen. Wer dennoch die Oberhand behält, steht am Freitagmorgen fest.
28.08.2014 09:26 Uhr Kurz-URL: qmde.de/72666
Timo Nöthling

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