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«Blues Brothers»: Erneut im Auftrag des Herren unterwegs

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums kommt die actionreiche Musikkomödie «Blues Brothers» zurück ins Kino. Und das erstmals in der Extended Edition.

Filmfacts «Blues Brothers»

  • Regie: John Landis
  • Produktion: Robert K. Weiss
  • Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis
  • Cast: John Belushi, Dan Aykroyd, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, Carrie Fisher, Aretha Franklin, Henry Gibson
  • Kamera: Stephen M. Katz
  • Schnitt: George Folsey Jr.
  • FSK: ab 12 Jahren
Als John Belushi und Dan Aykroyd die Blues Brothers erschaffen haben, befand sich die Blues-Musik sowie der frühe R'n'B auf dem absteigenden popkulturellen Ast. Das Duo wollte mit seinen Auftritten diese Musik wieder populär machen und mit dem Film «Blues Brothers» den Künstlern, die sie verehrt haben, wieder eine Plattform geben. Natürlich lässt sich schwer vorhersagen, wo Songs wie "Minnie the Moocher", "Think" und "Everybody Needs Somebody to Love" heute stünden, hätte es «Blues Brothers» nie gegeben. Geschadet hat die von John Landis inszenierte Komödie ihnen aber zweifelsohne nicht: Sowohl der Film aus dem Jahr 1980 als auch die in ihm verwendeten Songs sind auch heute noch, nach zahlreichen musikalischen Trendwenden, äußerst bekannt und beliebt. Was zwei Sonnenbrillen tragende Brüder, die glauben, im Auftrag des Herren unterwegs zu sein, halt so alles bewegen können …

Die Produktion von «Blues Brothers» verlief dabei alles andere als glatt, und dann entwickelte sich auch noch die Postproduktion zu einem unerbittlichen Tauziehen zwischen Landis und den Studiobossen. Aber der Charme der «Blues Brothers» und die magnetische Wirkung ihrer Musik sorgte für ein kleines Wunder: Die auf Kosten von 30 Millionen Dollar angeschwollene Musikkomödie generierte weltweit Einnahmen von 115 Millionen Dollar und wurde zu einem absoluten Dauerrenner im Fernsehen, im Heimkino und als beliebter Titel in Kino-Retrospektivreihen und Uni-Kinos.

Und damit noch nicht genug: Das Soundtrackalbum zum Film erreichte Gold-Status in den Niederlanden und Italien, sackte Platin in den USA ein, Zweifach-Platin im Vereinigten Königreich sowie in der Schweiz, Frankreich und Deutschland und sogar Sechsfach-Platin in Australien. Coverbands (darunter einige offiziell abgesegnete) sind noch immer weltweit sehr populär.

Und all das, obwohl «Blues Brothers» 1980 als Kompromiss veröffentlicht wurde: Landis lieferte ursprünglich einen 160 Minuten langen Film ab, wurde vom Studio aber dazu gedrängt, ihn zu stutzen. Ins Kino gelangte der Film letztlich mit etwas mehr als 130 Minuten Laufzeit. 1999 veröffentlichte Universal Pictures jedoch eine von Landis überarbeitete Fassung mit einer Länge von immerhin 148 Minuten. Die hatte jedoch ein paar technische Schönheitsfehler wie unterschiedliches Color Grading zwischen den neu wieder eingefügten Szenen und dem aus der Kinofassung bekannten Material. In Deutschland kam als Problem die mangelnde Synchronspur bei den neuen Passagen hinzu.

2016 überarbeitete Turbine «Blues Brothers» jedoch und verpasste dem gesamten Film eine ambitionierte, aufwändige Bild- und Ton-Restauration sowie eine mit Liebe zum akustischen Detail der frühen 1980er erstellte Synchronfassung für die neuen Szenen. Und man kann gar nicht genügend schätzen, welche schwierige Aufgabe das war: Die M&E-Tonspuren des Films wurden 2008 bei einem Brand der Universal Studios zerstört, womit eine nahtlose Restauration der kompletten Extended Version, die einige längere Musikperformances umfasst, fast schon eine Sisyphos-Aufgabe darstellte.



Nun gelangt diese von John Landis persönlich abgesegnete, restaurierte Extended-Version von «Blues Brothers» erstmals auf die große Leinwand. Für Fans der kultigen und musikalischen Brüder ist das in der Theorie ein riesiges Geschenk. Denn auch wenn «Blues Brothers» wunderbar im Heimkino funktioniert: Dieser unvergleichliche Mix aus Action-Komödie, konzerthaftem Zelebrieren von Running Gags sowie einprägsamen Sprüchen und mitreißender Musik schreit geradezu danach, im Kino gesehen zu werden. Denn mit voller klanglicher Wucht und in großer Gruppe bestaunt, entwickelt diese 80er-Komödie eine famose Eigendynamik.

Nun fällt die Wiederaufführung anlässlich des 40-jährigen Filmjubiläums ausgerechnet in die Corona-Zeit, weshalb ausverkaufte, riesige Kinosäle erstens nicht zu erwarten stehen und zweitens eh besser zu vermeiden wären. Aber: Es reicht eigentlich auch, einfach viele Freunde und Freundesfreunde für die örtliche «Blues Brothers»-Aufführung zu rekrutieren. Denn auch in einem halbvollen Saal lässt sich mit viel guter Laune und angemessenem Abstand ein sicheres, ausgelassenes «Blues Brothers»-Happening feiern.

«Blues Brothers» wird im Extended Cut am 22. Juli 2020 zurück in die deutschen Kinos gebracht.
15.07.2020 13:34 Uhr Kurz-URL: qmde.de/119800
Sidney Schering

super
schade


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Blues Brothers

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Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
Anonymous
15.07.2020 16:03 Uhr 2
Ich musste neulich schon schmunzeln, als du dich beklagt hast, es würden nur Wiederaufführungen zu junger Filme stattfinden ... :D
Nr27
15.07.2020 18:01 Uhr 3
Wobei er mein "vor 1980"-Kriterum ja auch nur haarscharf erfüllt ... ;)
Kingsdale
15.07.2020 20:37 Uhr 4
Hier hat man sich mal richtig Mühe gegeben. Der Film erstrahlt im neuen Licht, wundervoll Restauriert. Natürlich wird einem, trotz neuer Szenen, kein neuer Film geboten, aber das man den Film nochmal so schön sieht, hätte ich nicht gedacht. Anschauen lohnt sich, er ist eben Kult und bleibt es auch in der neuen Fassung so.
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