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«Star Wars» Episode IV, V und VI - Ein Blick zurück

Spricht man über die populärsten Filme der Welt, kommt man an «Star Wars» nicht vorbei. Zum Start des neusten Films schaut Quotenmeter.de auf die alte Trilogie zurück und beleuchtet die Geschichte hinter dem Krieg der Sterne.

Selbst wenn man nichts mit Science-Fiction anfangen kann, wird man zweifelsohne mit «Star Wars» in Berührung gekommen sein. Der Anfangstext „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“ zählt zu den bekanntesten Zitaten der Filmgeschichte, Darth Vader zu den ikonischsten Antagonisten, Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo zu den größten Helden. «Star Wars» ist eine Filmreihe voller Superlative, die die Kinolandschaft mehr geprägt hat als jede andere. Die Geschichte von Laserschwertern, der Macht und einem der größten Franchises aller Zeiten begann 1977.

Auch wenn «Star Wars – Eine neue Hoffnung» in der BRD erst 1978 erschien, war der Name «Star Wars» bereits im Jahr zuvor zu einem Kassenschlager geworden. Regisseur Steven Spielberg eröffnete erst zwei Jahre zuvor mit «Der weiße Hai» das Genre des Blockbusters, durch das die Kinokassen klingelten. Doch wenn Spielberg das Fundament dafür legte, dann hat «Star Wars» es für die nachfolgenden Jahrzehnte zementiert. Dabei stand George Lucas, der Schöpfer dieses Universums, mehr als nur einmal kurz davor, das Projekt abzubrechen. Tatsächlich gab es viele Situationen, in denen es so aussah, dass eine der beliebtesten und größten Filmreihen der Welt nie zustande gekommen wäre.

Denn der Dreh des ersten Films, der in Deutschland den Untertitel „Eine neue Hoffnung“ trägt, war eine Strapaze für alle Beteiligten. Drehorte wurden mehrfach und auch spontan gewechselt, teilweise sogar die Länder. Viele Darsteller sprachen über eine unangenehme Atmosphäre am Set und es herrschte der Eindruck eines „Trash-Films“. Ein Film, der dank seines überdrehten und lachhaften Auftretens durch die Kostüme, das Schauspiel und die Handlung kaum ein Erfolg werden kann. Bis heute spricht man oft davon, dass die eigentliche Rettung des ersten «Star Wars» im Schnittraum passiert ist. Und selbst in diesem war es nicht leicht. Lucas, der während und nach dem Dreh mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, geriet mit dem Editor Johny Jympson aneinander. Die Folge: Lucas ersetzte ihn durch die Editoren Hirsch und Chew, die vieles neu angingen, mehrere Versionen anfertigten und dabei sogar viel altes Material unter den Tisch fallen ließen.

Dass «Star Wars» 1977 doch ein Erfolg war, grenzt trotzdem nicht an ein Wunder. Dafür ist die Handlung zu ansprechend und setzt auf klassische Märchennarrative. Gut gegen Böse, das Helle gegen das Dunkle. Noch dazu bediente sich Lucas an der Bildsprache von Stanley Kubricks «2001: Odyssee im Weltraum», aber auch an der Ästhetik der nationalsozialistischen Filme von Leni Riefenstahl wie etwa «Triumph des Willens» von 1935.

Drei Jahre vergehen, der Name «Star Wars» bleibt und wird 1980 fortgesetzt. Spricht man über die besten Fortsetzungen, ist «Star Wars – Das Imperium schlägt zurück» bis heute auf den vordersten und meist auf dem ersten Platz. Doch warum gilt dieser Teil, der später aus chronologischen Gründen mit „Episode V“ versehen wurde, als ein derartig brillanter Nachfolger?

Zum einen liegt es daran, dass «Das Imperium schlägt zurück» ein bahnbrechend mutiger Film war. Während «Eine neue Hoffnung» noch vergleichsweise bunt, kinderfreundlich und kantenlos war, stellt sich der Nachfolger auf die dunklere Seite. Protagonist Luke trennt sich von seinen Gefährten, um seinen eigenen Weg zu gehen und entscheidet sich für das Training bei einem alten Meister. Zwischen Prinzessin Leia, die aus heutiger Perspektive das perfekte Formular für den weiblichen emanzipierten Actionhelden ist, und dem Schmuggler Han Solo bildet sich eine Liebesgeschichte, die zugleich kitschig und romantisch ist. Der allgemeine Tonus von «Das Imperium schlägt zurück» wirkt deutlich erwachsener, düsterer und schafft es beinahe, nebenbei noch den größten Twist der Filmhistorie einzubauen. Vorbei ist die Zeit, in der man «Star Wars» noch als Kinderfilm bezeichnen konnte. Dafür sind die Farben nun zu düster, die Thematik zu ernsthaft und in Teilen auch zu anspruchsvoll.

Filmkritikerlegende und Pulitzerpreisträger Roger Ebert nannte Episode V den besten der drei alten «Star Wars»-Filme, lobte den „Abstieg in die Dunkelheit“ und dass sich die Handlung in einem größeren Maße ausbreitet. Meinungen wie diese finden sich viele und «Star Wars – Das Imperium schlägt zurück» genießt sowohl bei Kritikern als auch Fans den Status eines nahezu perfekten Nachfolgers. 1983 erschien das Finale der Trilogie und die Erwartungen waren entsprechend hoch.

«Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter» war das große Finale der alten Trilogie und galt gleichzeitig auch lange als letzter Film aus diesem Universum, bevor George Lucas 1999 mit «Star Wars – Die dunkle Bedrohung» eine neue Reihe einleitete. Der damalige Abschluss war fulminant: neue Gesichter mit dem neuen Volk der kleinen, haarigen Ewoks und eine alles entscheidende Schlacht, die parallel zum Duell zwischen Darth Vader und Luke Skywalker ausgefochten wird. So epochal auch die sechste Episode gewesen sein mag, einen leicht faden Beigeschmack hinterlässt sie dennoch.

Denn im Endeffekt ist der Endkampf ein Aufguss von «Star Wars – Eine neue Hoffnung». Wurde im ersten Teil der Todesstern, die Raumstation des bösen Imperiums, noch zerstört, befindet sie sich im sechsten Teil wieder im Aufbau. Letztendlich wird er auf ähnliche Art und Weise erneut zerstört, was nicht gerade eine kreative Glanzleistung darstellt. Nichtsdestotrotz endet auch «Die Rückkehr der Jedi-Ritter» auf einer emotionalen und versöhnlichen Note, sodass die Heldenreise nach drei Filmen auf einen zufriedenstellenden Nenner kommt.

Die sechste Episode verlässt den dunklen Pfad, den die vorherige Episode eingeschlagen hat und orientiert sich in eine hellere Richtung. Doch auch diese wird immer wieder von düsteren Einschlägen unterbrochen, etwa von den Kriegsszenarien, die im letzten Drittel des Films ausbrechen. Somit bleibt «Eine neue Hoffnung» der «Star Wars»-Film, der noch am ehesten für eine junge Zielgruppe geeignet ist.

Was ist es also nun, das die alten «Star Wars»-Filme auszeichnet? Ist es der Humor, der in den richtigen Momenten und Portionen auftaucht? Ist es die Märchenhandlung, die sich epochal ausdehnt und philosophische Züge annimmt? Oder sind es die Charaktere und Darsteller, die dem Publikum ans Herz gewachsen sind? Wahrscheinlich ist es alles. George Lucas' Krieg um die Sterne hat mehrere Generationen geprägt, andere Filmemacher beeinflusst und steht zudem stellvertretend für das Blockbuster-Kino an sich. Trotz des unvergleichlichen Einflusses, den «Star Wars» auf die mediale Welt und darüber hinaus hatte, muss man eines klar unterstreichen: «Star Wars» selbst ist nicht innovativ.

Vielmehr hat sich George Lucas an einer Vielzahl von anderen Medien bedient und sie zu seinem einem Konglomerat vermischt. Während sich Lucas bei der Bildsprache an Propagandafilmen wie «Triumph des Willens» und Science-Fiction Klassikern wie «2001: Odyssee im Weltraum» bedient hat, wurde «Star Wars» auch stark vom japanischen Kino beeinflusst. George Lucas ist begeistert von Akira Kurosawa, dem größten asiatischen Regisseur der Filmhistorie. Der Japaner Kurosawa wird von Filmemacher, Regisseuren und Drehbuchautoren aller Nationen verehrt. Unter ihnen auch Lucas. Er orientierte sich an seinen Filmen, darunter auch «Die verborgene Festung» und «Yojimbo». Mehrere Narrativen griff Lucas aus Kurosawas Filmen auf, verband sie mit Märchenerzählungen, woraus letztendlich «Star Wars» entstand. Auch Einflüsse aus der Comicliteratur sind bestätigt, darunter die französische Klassikerreihe „Valerian und Veronique“.

Man sieht, dass «Star Wars» eine Suppe ist, an der viele Köche und viele Zutaten beteiligt sind. Das Einzige, was sich geändert hat, ist der Küchenchef. Dieser tritt mittlerweile in Form von Disney auf. Das Unternehmen kaufte die Rechte an der Marke dem Regisseur Lucas für sagenhafte vier Milliarden US-Dollar ab. Seit Oktober 2012 kontrolliert somit Disney den Vertrieb, die Drehs und die Richtung, in die sich die Reihe rund um die Macht und den Namen Skywalker orientiert.

Nun kann man sich darüber streiten, ob diese Richtung die passende für «Star Wars» ist oder ob man eine andere hätte einschlagen sollen. Auch wenn das Fantum von der zweiten Trilogie, die noch unter Lucas entstanden ist, und der aktuellen dritten, gespalten ist, bleibt den Fans zu jeder Zeit die alte Trilogie. Drei Filme, die in sich eine wundervoll runde Geschichte erzählen, die in fremde Welten vorstößt, große Gefühle erzeugt, Gut und Böse in epochalen Bildern aufeinanderstoßen lässt und den Zuschauer in einen sagenhaften Krieg der Sterne entführt. Die Wirkung der originalen «Star Wars»-Filme hat sich seit 1977 nicht verändert. Es sind und bleiben drei der größten und einflussreichsten Filmklassiker, die die Leinwand je gesehen hat.

«Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers» läuft ab Mittwoch, den 18. Dezember 2019, in den Kinos.
17.12.2019 12:30 Uhr Kurz-URL: qmde.de/114429
Martin Seng

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
dirkberlin
24.08.2020 19:01 Uhr 1
Tja, Kardinalfehler, wenn man über Star Wars spricht es als Sci-Fi zu kategorisieren. hat damit wirklch wenig zu tun, nur weil Raumschiffe drin vorkommen. Es ist im Prinzip ein Märchen und landet so ungriffig im Abenteuer oder Fantasy bereich.
Wolfsgesicht
24.08.2020 23:36 Uhr 2


Man klassifiziert es dann als Soft-Sci-Fi, das geht durchaus.
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