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DAZN 2019: 'Wir können und wollen viel mehr'

2018 endet, 2019 kommt. Davor steht aber noch der Boxing Day der Premier League. Sebastian Benesch schnuppert Stadionluft, während DAZN-Fußballchef Jörg Zwacka Neuerungen für das kommende Jahr ankündigt.

Es ist ein reiner Feiertag für alle Fußballfans auf der Insel – der traditionelle Boxing-Day in England steht an. Die Premier League spielt dann Fußball, wenn viele andere Ligen längst in der Winterpause sind. Streaming-Dienst DAZN wird alle Spiele des 26. Dezember live in Deutschland streamen; und sich gleichzeitig zum Weihnachts-Fußball verabschieden. Ab kommenden Sommer wandern die Rechte wieder rüber zu Sky. „Es ist schon eine andere Stimmung. Alle haben frei, sind gut gelaunt“, sagt Reporter Sebastian Benesch, der für den Sport-Streaming-Sender regelmäßig aus den britischen Stadion berichtet. „Am Vormittag wird eingekauft und geshoppt, am Nachmittag getrunken und Fußball geschaut. Für Fußballfans, die das wie wir nicht kennen, ist es sehr besonders.“

Die echte Boxing-Day-Stimmung, es gibt sie vor allem in den Metropolen. Dort sei durchaus mehr los als auf den „kleinen Dörfern“. „Vor allem laufen in London und Manchester viel mehr Touristen rum. In den kleineren Stadien ist es vielleicht noch etwas traditioneller und mehr Einheimische gehen zu den Spielen“, sagt Benesch. Die Spielplangestalter haben es derweil nicht ganz so gut gemeint mit den Fans. Eine echte Knallerpartie ist an diesem Weihnachten nicht vorgesehen. Da stimmt auch der DAZN-Reporter zu. „Aber wer englischen Fußball liebt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Fulham spielt zu Hause und will endlich in die Erfolgsspur zurück. Auch Liverpool an der Anfield Road lohnt sich immer. Zumal diese Matches gegen vermeintlich „kleinere Gegner“ die entscheidenden Spiele auf dem Weg zur Meisterschaft sein werden“, sagt Benesch.

DAZN jedenfalls fährt schwere Geschütze für diesen besonderen Tag des englischen Ballsports auf, wie Jörg Zwacka, Head Of Football von DAZN, gegenüber Quotenmeter.de ankündigt. „Wir beginnen um 13:30 Uhr mit Fulham gegen Wolverhampton. Ab 15:45 Uhr folgt mit der «GoalZone» unsere große Boxing Day Konferenz, mit Liverpool, Man City, Man United und Tottenham. Insgesamt zeigen wir sechs Spiele parallel. Und es geht im Anschluss direkt weiter: Um 18:15 Uhr trifft Brighton auf Arsenal und um 20:30 Uhr Watford auf Chelsea“, sagt Zwacka, der für die Berichterstattung auch Personal in die Stadien schickt. „Rund um den Boxing Day ist unsere Reporterin Antonia Wisgickl auf der Insel unterwegs. Sie ist abseits der großen Premier League Bühne auf der Spur der emotionalsten Boxing Day Fans und den Stadien mit der größten Boxing Day Atmosphäre.“

Die «GoalZone», das schon aus der Europa League bekannte Pendant zur „Original Sky Konferenz“ sei es auch, auf die sich Zwacka besonders freue, wie der TV-Macher betont. „Wir gehen mit unserer Vorberichterstattung ab 15:45 Uhr live. Dort werden wir in die besondere Boxing Day Atmosphäre eintauchen. Dass mit Liverpool und Man City die beiden Topteams der Stunde dabei sind, ist natürlich besonders spannend. So bekommen die Fans noch einmal einen Eindruck wie die beiden Teams aktuell drauf sind, bevor sie nur ein paar Tage später am 3. Januar 2019 direkt aufeinandertreffen.“

Das Spiel am 3. Januar ist das nächste Spitzenspiel der höchsten englischen Spielklasse – und es eröffnet quasi auch das große Sportjahr 2019 bei DAZN. Im Etihad Stadion ausgetragen ist es das größte Spiel, das die Liga zur Zeit zu bieten hat. „Pep gegen Klopp, Sane gegen Salah. Topstars, Toptrainer, Topspiel. Da müssen wir vor Ort mit dabei sein“, verspricht Zwacka. Melden sich Kommentatoren und Moderatoren bei der Premier League eigentlich immer aus dem entfernten München, fährt das Personal für das Spitzenspiel auf die Insel. „Um 20:45 Uhr begrüßt Alexander Schlüter aus Manchester. Das Spiel kommentieren wird Marco Hagemann, begleitet von unserem Experten Ralph Gunesch“, sagt Zwacka.

Mit den Übertragungen in der UEFA Champions League und der UEFA Europa League haben wir den Schritt gemacht, ausgesuchte Partien vor Ort zu produzieren. Aber auch dabei sind wir unserer Philosophie treu geblieben: Das Spiel steht im Vordergrund. Kompakte Vorläufe, die wichtigsten Informationen vor einer Partie auf den Punkt gebracht.
DAZNs Head Of Football Jörg Zwacka
Spiele vor Ort produzieren zu lassen, damit hat DAZN in diesem Jahr erstmals Erfahrungen gesammelt. „Mit den Übertragungen in der UEFA Champions League und der UEFA Europa League haben wir den Schritt gemacht, ausgesuchte Partien vor Ort zu produzieren. Aber auch dabei sind wir unserer Philosophie treu geblieben: Das Spiel steht im Vordergrund“, berichtet Zwacka. Die DAZN-Philosophie? Man setze auf „kompakte Vorläufe, die wichtigsten Informationen vor einer Partie auf den Punkt gebracht.“ Wenn der Fan mehr erfahren wolle, stehen weitere Videos auf der Plattform auf Abruf bereit. „Ob Trainer-und Spielerinterviews, taktische Analysen von unseren Taktik-Füchsen Tom und Jiro, ganz besonders aber unsere hochwertig produzierten DAZN-Features - unsere Fans können sich ihren eigenen Vorlauf bauen“, sagt Zwacka.

Etwas weiter in die Ferne geblickt, freut sich der Fernsehmacher auf die nächsten Spiele der Champions- und Europa-League, aber auch auf Sport abseits des runden Leders. „Darts-WM, Superbowl, NBA Finals, Schwergewichts-Boxen mit Joshua und und und“, sagt Zwacka – und ergänzt: „Das ist eigentlich ein eigenes Interview wert.“ Für das kommende Jahr kündigt er an, Content auch abseits des Live-Events produzieren zu wollen. „Wir können und wollen viel mehr. Manche unserer inhouse produzierten Features sind schon jetzt preiswürdig, wie ich finde, zum Beispiel unsere Matchday Features in der Bundesliga (immer am Sonntag ab 20 Uhr auf der Plattform) oder unsere Fußball-Features aus der Premier League. Aber: natürlich können wir noch besser werden. Und dass wollen wir - in allen Bereichen. Wir challengen uns jeden Tag“, sagt Zwacka.

Die Ideen scheinen bei DAZN also nicht auszugehen. Und der Fußball hält sowieso immer neue Geschichten bereit – etwa die Premier League, die sich ab der kommenden Saison für die Einführung einer Winterpause nach dem 26. Dezember entschieden hat. Die aktuelle Vorgehensweise, berichtet Benesch, käme vor allem bei den Fans gut an. Sie könnten Fußball ohne Pause sehen. „Für die Spieler und den Staff ist das eine hohe Belastung. Vor allem über Weihnachten und Silvester wären alle lieber bei den Familien als Fußball spielen zu müssen. Die Pause halte ich für die absolut richtige Entscheidung - um in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben und die Spieler zu schonen.“

Auf der einen Seite wird immer über die Entwicklung und den Kommerz geschimpft - auf der andere Seite bleiben aber alle immer Teil dieses Zirkus. Es findet meines Erachtens nicht wirklich ein Abwenden statt.
Sebastian Benesch, DAZN-Reporter
Längst hat sich die Premier League – wohl ziemlich unbestritten – zur Heimat der ganz großen Namen des Fußballs gemausert. In dieser Fülle gibt es Spitzenspieler in keiner anderen Fußballliga. Möglich machen das die Sky-Milliarden aus dem heimischen TV-Deal. Die TV-Einnahmen sind auch hierzulande in der Bundesliga deutlich gestiegen, jedoch nicht ohne eine gewisse Entfremdung der Fans zu riskieren. In England werde die Entwicklung ähnlich gesehen, beschreibt es Bensch. Vor allem die „traditionellen Fans“ hätten Sorgen, die Leute, die sich keine Saison-Tickets mehr leisten können. „Die sind nicht sehr froh über die Entwicklung. Dennoch würden sie sich nicht auch nur ein Spiel ihres Vereins entgehen lassen. Man geht dann ins Pub,“ meint Benesch mit einem Schmunzeln. Er selbst sähe die Entwicklung zwiespältig. „Auf der einen Seite wird immer über die Entwicklung und den Kommerz geschimpft - auf der andere Seite bleiben aber alle immer Teil dieses Zirkus. Es findet meines Erachtens nicht wirklich ein Abwenden statt - Fußball ist und bleibt die beliebteste Sportart in Deutschland und England“, sagt der Reporter.
26.12.2018 10:15 Uhr Kurz-URL: qmde.de/106040
Manuel Weis

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