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Steht Netflix vor dem Aus? Ein Ausblick in die Zukunft der Streaming-Landschaft

Immer mehr große Unternehmen in der Filmindustrie planen auf kurz oder lang den Schritt in die lukrative Streaming-Welt zu wagen. Wie wird der Branchenprimus Netflix damit umgehen und wie groß ist der Druck auf die Plattform wirklich? Steht uns ein Overkill der Streaming-Dienste bevor?

Geschäftszahlen Netflix

  • Börsenwert: 141,9 Milliarden US-Dollar
  • Vermögen: 20,2 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz: 12,8 Milliarden US-Dollar
  • Gewinn: 670,8 Millionen US-Dollar
forbes.com/companies/netflix
12,8 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Börsenwert von 141,9 Milliarden US-Dollar und 137 Millionen Nutzer weltweit, so lauten die beeindruckenden Zahlen des Video-on-Demand-Giganten Netflix. Allein im vergangenen Quartal konnte Netflix sieben Millionen neue Nutzer für sich gewinnen, selbst prognostiziert wurden gerade einmal fünf Millionen. Netflix ist klar Marktführer und Vorreiter im Streaming-Bereich. Mitte des Jahres konnte man sich sogar für kurze Zeit als wertvollster Medienkonzern der Welt auszeichnen. Solche Schlagzeilen fallen natürlich bei den altvorderen etablierten Medienriesen wie Disney und Co. auf und diese scheinen nun aus ihrem Tiefschlaf zu erwachen und erkennen das große Potenzial im VoD-Gebiet für sich selbst.

Doch wer produziert die meisten Inhalte auf Netflix überhaupt?
Der Großteil aller Filme und Serien auf dem US-Markt werden nur von einer Hand voll Studios in Auftrag gegeben. Über 80 Prozent aller Kino-Einspielergebnisse in den USA 2017 wurden von den sechs wichtigsten Filmstudios, Disney, Warner Bros., Sony, Paramount und Universal, generiert. Selbst manche Produktionen, die unter dem Titel „Netflix Originale“ laufen, stammen aus den Federn dieser Studios, so zum Beispiel «The Crown» von Sony Pictures Entertainment oder «Tote Mädchen lügen nicht» von Paramount Pictures. Bisher konnten die führenden Streaming-Anbieter immer auf die Produktionen der großen Studios für ihr Sortiment zählen. Das könnte sich aber schon bald ändern.

Jüngst beendete Disney die Zusammenarbeit mit Netflix. Es werden also keine neuen Filme und Serien mehr an Netflix ausgeliehen. Bedeutet für den Nutzer: Kein «Star Wars», Marvel oder Pixar mehr auf Netflix und da Disney auch bereits 21st Century Fox für über 70 Milliarden US-Dollar unter sich vereinigen konnte, werden Produktionen, wie «Avatar», «Titanic» oder «Die Simpsons» hier auch nicht zu sehen sein. Außerdem kündigte Disney-CEO Bob Iger den eigenen Streaming-Dienst Disney+ für Ende 2019 an. Disney+ will vor allem mit Qualität statt Quantität punkten; ein Kritikpunkt, den viele User der Entwicklung von Netflix für die breite Masse in vergangenen Zeit vermehrt vorwerfen. Inhalte aller großen Marken, die sich mittlerweile im Besitz von Disney befinden, sollen auf kurz oder lang Teil des Angebots werden. Auch eigenen Produktionen wie beispielsweise eine neue Staffel «Star Wars: The Clone Wars» sind bereits angekündigt. Ein weiterer Vorteil mit dem Disney+ die etablierte Konkurrenz ausstechen will: Das Streaming-Portal soll monatlich deutlich weniger als Netflix und Co. kosten.

Auch Warner Bros. plant bereits einen eigenen Streamingdienst für 2019, in dem vor allem HBO im Vordergrund stehen soll (mehr dazu). Damit fällt unter anderem die DC-Comicreihe oder «Harry Potter» für Netflix weg. Man sollte sich also nicht an Features, wie «Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind», der am 16.November nahezu parallel zum Kinostart des Nachfolgers «Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen» auf Netflix erscheint, gewöhnen. Ebenfalls schlechte Neuigkeiten für Netflix sind, dass Amazon Prime gerade mit Sony und Paramount um einen Exklusiv-Vertag für die Streaming-Rechte der beiden Studios verhandelt. Ob, wie und wann dieser Vertag zu Stande kommt steht allerdings noch in den Sternen geschrieben.

Bleibt streng genommen noch ein großes Studio für Netflix: Universal. Dieses untersteht Mutterkonzern Comcast, welcher vor kurzem erst Sky aufgekauft hat (mehr dazu). Eigentlich ebenfalls ein direkter Konkurrent von Netflix. Doch erst vor kurzem haben Sky und Netflix eine engere Zusammenarbeit verkündet und ab dem 15. November 2018 haben Sky-Kunden über das Angebot „Entertainment Plus“ die Möglichkeit Netflix dazu zu buchen. Auch wer schon ein separates Netflix-Abo hat, kann dieses nun mit dem Sky-Abo verbinden (mehr dazu).

Alles in allem steht uns also eine große Aufteilung der Angebote in der Streaming-Landschaft bevor. Man muss selektieren, welche Plattform für den eigenen Geschmack das richtige ist oder man holt sich einfach Abonnements für jeden einzelnen Dienst, um Nichts zu verpassen. Dafür wird man allerdings immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Entwicklung erinnert ein bisschen an die Fußballwelt: Hier muss man für ein vollkommenes Sporterlebnis auch einige Dienste, wie Sky, DAZN oder Eurosport-Player, abonnieren. Es bleibt also abzuwarten, ob sich der riesige Haufen an VoD-Diensten wirklich etablieren kann oder ob die ein oder andere groß angekündigte Plattform auch schnell wieder von der Bildfläche verschwindet. Netflix jedenfalls ist der Vorsprung und die bereits gewaltige Anhängerschaft nur schwer zu nehmen und der Anbieter wappnet sich bereits gegen die aufkommende Konkurrenz. Der Fokus liegt auf Eigenproduktion: Im Oktober kaufte man das erste Produktionsstudio in den USA…
15.11.2018 10:00 Uhr Kurz-URL: qmde.de/105203
Niklas Spitz

super
schade

16 %
84 %

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The Crown Tote Mädchen lügen nicht Star Wars Marvel Pixar Avatar Titanic Die Simpsons Star Wars: The Clone Wars Harry Potter

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