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ProSiebenSat.1 denkt langfristig: Weniger Gewinn jetzt, mehr später

Die Prognose für 2018 wurde leicht gesenkt, dafür will man mittelfristig den Umsatz um zwei Milliarden Euro steigern. 2019 soll kräftig investiert werden – zusätzliches Geld gibt es für lokale Programme. In Verhandlungen befindet sich der Konzern nun auch mit US-Studios.

Der neue ProSiebenSat.1-CEO Max Conze denkt langfristig: Wie er am Rande der Präsentation der Quartalszahlen für den Zeitraum zwischen Juli und September erklärte, solle der Konzernumsatz seiner Firma mittelfristig von vier auf sechs Milliarden anwachsen. Das adjusted EBITA soll von einer auf eineinhalb Milliarden Euro steigen. „Wir stoßen jetzt die notwendigen Veränderungen und Investitionen an, um aus ProSiebenSat.1 ein absolut digitales, diversifiziertes und schnell wachsendes Unternehmen zu machen. Wir fokussieren uns auf Entertainment, das Menschen lieben, und Commerce-Angebote, die Menschen brauchen. Dabei stellen wir den Konsumenten, Inhalte und digitale Angebote in den Mittelpunkt“, betonte Conze nochmals.

'Strategie-Update'

  • Entertainment: Der Fokus liegt auf lokalen Inhalten, die über möglichst viele Kanäle verbreitet werden, um eine hohe Gesamtreichweite zu erzielen und diese noch besser zu monetarisieren. In einem nächsten Schritt sollen diese Reichweiten adressierbar und Werbung somit optimal auf den jeweiligen Zuschauer zugeschnitten werden.
  • Red Arrow Studios (Content Production & Global Sales): Um den lokalen Programmanteil auf den eigenen Kanälen zu erhöhen, beabsichtigt der Konzern, den Anteil von Red Arrow Studios an den vom Entertainment-Geschäft lokal beauftragten Inhalten in den nächsten rund fünf Jahren von heute 13 Prozent auf über 30 Prozent zu steigern.
  • NuCom Group: mittelfristiges Umsatzwachstum von 0,8 Milliarden Euro auf zwei Milliarden Euro, getrieben von den vier Kernmarken Verivox, Parship Elite Group, Jochen Schweizer mydays und Flaconi
Konkret heißt das: Die Umsatzentwicklung der ProSiebenSat.1 Group ist im dritten Quartal 2018 weiterhin von Konsolidierungs- und Währungseffekten geprägt. Trotz dieser Effekte stieg der Konzernumsatz leicht auf 892 Millionen Euro, was einem Plus von einem Prozent entsprach. Die Werbeerlöse hätten sich dabei stabil entwickelt. Der Konzern stellt auch klar, dass sich – wie schon angekündigt - die Entkonsolidierungen des Video-on-Demand-Portals maxdome, des Online-Fitness-Anbieters 7NXT und des Reiseveranstalters Tropo, die bis zum Ende des dritten Quartals erfolgt sind, auf das Umsatzwachstum des Konzerns im Gesamtjahr auswirken werden. Hinzu komme ein insgesamt moderaterer organischer Umsatzanstieg. ProSiebenSat.1 passt entsprechend das Ziel für den Konzernumsatz im Jahr 2018 an: Der Konzern geht nun von einem Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf rund vier Milliarden Euro aus.

Und auch 2019 werden die Kassen bei der Firma nicht ganz so sehr klingeln. Das dürfte alle Programmmacher freuen. Denn Conze will zunächst einmal investieren. Ab 2019 gibt es Geld für zusätzliche lokale Programme, den Ausbau digitaler Plattformen und eine verbesserte Monetarisierung der Reichweite. Der Konzern erklärt deshalb: „Unter Berücksichtigung von gegenläufigen Kosteneffizienzmaßnahmen sowie eines erwarteten moderaten Segment-Umsatzanstiegs wird dies im Entertainment-Segment im Jahr 2019 zu einem Rückgang des adjusted EBITDA führen.

Während ProSiebenSat.1 mehr auf lokale Programme setzt, arbeitet man aber auch an besseren Bedingungen bei der Lizenzware. ProSiebenSat.1 sei diesbezüglich an die jeweiligen Lizenzgeber herangetreten, um für Lizenzvolumina aus bestehenden Verträgen und für künftige Verträge relevante Verbesserungen im Rechteumfang und/oder dem Volumenzufluss zu erreichen. Besonderen Fokus legt der Konzern auch auf sein Digitalgeschäft: Kommen aktuell 30 Prozent des Umsatzes aus diesem, soll der Wert auf 50 Prozent steigen. Die Dividenden für Aktionäre werden erst einmal reduziert.

Dazu sagt Dr. Jan Kemper, Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE: „Wir wollen bei ProSiebenSat.1 die Zukunft des Medien- und Commerce-Geschäfts aktiv mitgestalten. Eine Anpassung unserer Dividendenpolitik und die damit verbundene reduzierte Ausschüttungsquote sind deshalb der konsequente Schritt. So erhalten wir größeren finanziellen Spielraum für wichtige Investitionsfelder wie lokale Inhalte, Plattformen und Technologien. Gleichzeitig wollen wir zukünftig durch eine Kombination aus organischem Wachstum, selektiven Zukäufen sowie Aktienrückkäufen nachhaltig die Gesamtrendite für unsere Aktionäre stärken.“
08.11.2018 08:59 Uhr Kurz-URL: qmde.de/105054
Manuel Weis

super
schade


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