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Der Experte, 5. November: Stirbt der Videotext aus?

Optisch total aus der Mode gefallen und dennoch ein treuer Begleiter. Wird jetzt das Ende des Videotextes eingeläutet?

Michael: Der neue Sky-Q-Receiver bietet keinen Videotext mehr an. Ich habe den Dienst noch regelmäßig genutzt. Bin ich damit wirklich allein?
Nein. Keinesfalls. Der Videotext ist aber in der Tat eine recht deutsche Erscheinung. Und seine Beliebtheit ist trotz Internet, Smartphone und Co. wirklich fast unglaublich. Der Videotext feiert in Kürze übrigens 50. Geburtstag. Mitte der 70er kamen Techniker der BBC auf die Idee, gemeinsam mit dem TV-Bild zusätzliche Infos mitzuliefern. Grob gesagt: Ein analoges TV-Bild hat 625 Bildzeilen, man braucht eigentlich aber nur 576. Den ungenutzten Platz wollten diese findigen Techniker anders nutzen. So entstand die Idee zum Videotext, der bis heute 96 unterschiedliche Buchstaben, Sonderzeichen oder Zahlen darstellen kann – und das noch immer in der Optik von damals.

Ein echtes Kultobjekt also. In Deutschland wurde der Videotext erstmals Anfang der 80er getestet, seit 1986 ist er dann regulär in Betrieb. Der BR war hier Vorreiter. Die Nutzung ist, wie schon gesagt, weiterhin sehr hoch, allerdings doch ein Stück rückläufig. Die letzten Zahlen hierzu liegen aus dem Jahr 2016 vor. 10,4 Millionen Menschen nutzten ihn damals täglich – gemessen an der kompletten Bevölkerung sind dies somit um die 15 Prozent. Über 40 Millionen Deutsche besuchten pro Jahr mindestens eine Videotext-Seite.

Im Vergleich zu 2013 lassen sich da rückläufige Tendenzen erkennen. Damals kam man täglich noch auf rund 12,3 Millionen Nutzer – und 44 Millionen Menschen, die einmal pro Jahr damit in Berührung kommen. Vor zwölf Jahren, so sagen Medienberichte, wäre die Nutzerzahl sogar noch bei rund 17 Millionen pro Tag gelegen. Somit ist schon klar: Seinen Zenit hat der kultige Video-Text wohl weit hinter sich gelassen. Am populärsten sind übrigens die Teletext-Angebote von ARD und ZDF, unter den privaten Sendern ist RTL mit etwas mehr als zehn Prozent Marktanteil führend.

Im Mutterland des Videotextes sieht das anders aus. 2010 wurde der Videotext in England begraben. Dort hatte er in der Tat keine so große Rolle mehr gespielt. Und noch etwas kam hinzu: Der Videotext ist ja eigentlich ein Relikt des analogen Fernsehens; doch genau das wurde in England ebenfalls längst beerdigt. In Deutschland plant derweil noch keiner der Sender eine Abschaltung des Videotextes – auch wenn Sky mit SkyQ einen kleinen Schritt in diese Richtung gegangen ist.

Somit wird es hierzulande wohl noch lange dabei bleiben: Auf Seite 100 erfährst du immer, ob die Welt noch steht.
05.11.2018 12:00 Uhr Kurz-URL: qmde.de/104922
Manuel Weis

super
schade

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Es gibt 23 Kommentare zum Artikel
Wolfsgesicht
08.11.2018 22:10 Uhr 21
Ich glaube du unterschätzt die Sicherheit von solchen Geräten. Es ist nicht so leicht den PIN eines Smartphones zu knacken. Zumindest vom iPhone ist das bekannt. Was China Smartphones da verzapfen ist was anderes...
Und natürlich geh ich von großen Angriffen aus. Das ist wahrscheinlicher. Um ein Vielfaches. Der technische Aufwand wird hier zwar höher sein als in mein iPhone zu kommen, aber lohnt sich auch um ein Vielfaches mehr.

Etwas anderes wäre auch nicht praktikabel. Niemand will einen OTP als Hardwäre mit-schleppen. Die Software Lösung muss um praktikabel zu sein auf dem Smartphone sein. Da ist dann auch egal ob ich auf dem Gerät vor einsehen der Mails den Code fordere. Jemand der ins iPhone kommt hat den Code automatisch. Von daher ist es irrelevant ob ich es auf dem Smartphone automatisch ohne Code einloggen lasse.

Dazu wie gesagt:
Das man sich über die Hardware Zugang zu den Passwörtern beschafft ist der weit, weit, weeeeeit unwahrscheinlichere Fall als dass dies über die Ferne geschieht. Und gegen diese weit wahrscheinliche Variante schützt 2 Faktor nun mal.
Da kann man nicht mit dem Argument dass man ja trotzdem an das Passwort kommen kann wenn man dies und das macht dagegen sein, dass man es nicht nutzt.
Das ist doch idiotisch.
Niemand kauft den billigsten Safe im Baumarkt mit der Begründung, dass man auch einen erheblich teureren knacken könnte.

Es gibt 2 Wege an die Daten zu kommen: Hardware oder Software.
Für die Software schützt 2 Faktor deutlich mehr als ohne, auch mit dieser Automatisierung. Also warum drauf verzichten?

Um die Hardware zu schützen muss man schon sehr paranoid sein um den otp nicht mit dem Smartphone sondern einem anderen Gerät zu nutzen.

Ich bin nicht paranoid genug um jedes Mal diesen Code einzugeben, aber fahre damit in Summe deutlich sicherer als ohne 2 Faktor allgemein.



Ich bin jetzt von einem Verfahren mit Tan-Leser ausgegangen, weil es das gängigste ist.
Da kann man ja die ec Karte stehlen und die sich dann zu Hause halt in sein eigenes Gerät stecken.
Sentinel2003
09.11.2018 09:11 Uhr 22
Ich nutze mein Smartphone auch für fast ziemlich alles, ABER eben nicht für Videotext oder Netflix/Amazon..... :wink:


Unabhängig, natürlich von Whtasapp, für GirokontoDaten ( :wink: ) ( habe jetzt, die Tage erst endlich umgestellt, daß ich auch mit der Sparkassen App Gelder überweisen kann... :wink: ) und sehr, sehr häufig zum email Schreiben....aber, trotzdem ich jetzt von Euch weiß, daß es den Videotext auch über online gibt, werde ich den weiterhin nur über die Glotze Gucken.... 8) :wink:
Vittel
09.11.2018 11:23 Uhr 23
Die 2FA kann natürlich immer noch umgangen werden, die Angriffsvektoren werden für mich Normalnutzer immer unüberschaubarer (was ist z.B. meine Social Hacking Schwachstelle? Der "Prinz aus Zamunda" bestimmt nicht, aber ich bin auch nicht unfehlbar)

Es gibt aber mittlerweile einige Dienste, da muss man 2FA einsetzen um sie nutzen zu können, im Steam Marketplace z.B.
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